Zum Internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit: Klare Haltung gegen Hass und Ausgrenzung

„Sonntagsreden über Vielfalt genügen nicht, wenn Musliminnen und Muslime zugleich benachteiligt, verdächtigt und angegriffen werden. Der 15. März ist ein Prüfstein politischer Glaubwürdigkeit“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit. Ali Mete weiter: „Islamfeindlichkeit ist weltweit eine ernste Menschenrechtsfrage und in Europa längst Teil des gesellschaftlichen Alltags. Musliminnen werden nicht nur beleidigt, angegriffen oder unter Generalverdacht gestellt, sie erfahren auch Benachteiligung bei Arbeit, Wohnen, Bildung und im öffentlichen Leben. Besonders alarmierend ist, dass ausgerechnet in Europa, das sich gern als Raum der Freiheit, Würde und Rechtsstaatlichkeit beschreibt, fast jede zweite befragte muslimische Person in 13 EU-Staaten von Diskriminierung berichtet. In Deutschland liegt dieser Wert sogar noch deutlich höher. Das ist kein Randphänomen, sondern ein politisches Warnsignal. Ein Brandbeschleuniger ist: Politikerinnen und Politiker vieler Länder markieren die muslimische Bevölkerung oft als Bedrohung und Gefahr. Wer Musliminnen pauschal als Sicherheitsproblem markiert, verrät nicht nur rechtsstaatliche Prinzipien, sondern auch die ethische Pflicht zur Gerechtigkeit. Wo Menschen wegen ihres Glaubens, ihres Namens, ihrer Herkunft oder sichtbarer Religiosität abgewertet werden, wird nicht nur eine Minderheit verletzt, sondern das moralische Fundament demokratischer Gesellschaften beschädigt. Aus islamischer Sicht ist die Würde des Menschen keine Frage von Mehrheit, Herkunft oder Konfession, sondern unveräußerlich. Es ist gut, dass die Vereinten Nationen den 15. März 2022 als Internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit ausgerufen, 2024 weitere Maßnahmen eingefordert und 2025 einen Sonderbeauftragten eingesetzt haben. Doch Resolutionen allein schützen niemanden. Regierungen müssen Hasskriminalität konsequent verfolgen, Diskriminierung wirksam ahnden, Religionsfreiheit sichtbar schützen und digitaler Hetze klare Grenzen setzen. Medien und Politik tragen besondere Verantwortung: Wer mit Zerrbildern spielt, bereitet Ausgrenzung den Boden. Wer dagegen gleiche Würde ernst nimmt, verteidigt nicht nur Musliminnen und Muslime, sondern die Freiheit aller. Der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit erinnert an den rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch am 15. März 2019. Während des Freitagsgebets wurden 51 Menschen ermordet, 40 weitere erlitten Schussverletzungen. Christchurch steht seither auf erschütternde Weise dafür, wohin enthemmter Hass, antimuslimische Hetze und die politische Verharmlosung von Menschenfeindlichkeit führen können.“

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Für die Al-Aqsa-Moschee einzustehen, ist ein Prüfstein

„Die Schließung der Al-Aqsa-Moschee ist nicht nur eine Angelegenheit der Muslime in Palästina, sondern aller gewissenhaften Menschen weltweit“, erklärte der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Kemal Ergün, anlässlich der Schließung der Al-Aqsa-Moschee und der Ibrahimi-Moschee für Gebete während des Monats Ramadan. Kemal Ergün weiter: „Es ist eine entsetzliche Entwicklung, dass Israel die Tore der Al-Aqsa-Moschee nach 59 Jahren während des Fastenmonats Ramadan geschlossen hat, eine Entwicklung, die das Gewissen der gesamten Menschheit belastet. Die Schließung der Al-Aqsa-Moschee, der ersten Gebetsrichtung des Islam und eines seiner bedeutendsten Heiligtümer, ist unter keinen Umständen hinnehmbar. Es stellt ein Warnsignal für die Weltöffentlichkeit dar, dass die Tore der Al-Aqsa-Moschee geschlossen und zum ersten Mal seit der Besetzung Jerusalems 1967 Gebete während des Ramadan verhindert werden. Es zeigt, welches Ausmaß Willkür und Rechtsverletzungen erreicht haben. Die Schließung der Al-Aqsa-Moschee ist nicht nur eine Angelegenheit der Muslime in Palästina und der Umma, sondern ist auch eine Angelegenheit aller gewissenhaften Menschen weltweit. Denn der Schutz heiliger Stätten ist ein Gebot des Völkerrechts. Die von den Vereinten Nationen verabschiedeten Menschenrechtsprinzipien und die internationalen Normen zur Religionsfreiheit sind eindeutig. Und die Schließung heiliger Stätten stellt eine Verletzung dieser Grundsätze dar. Zugleich ist diese Maßnahme ein weiteres Zeichen dafür, dass die auf Religionsfreiheit und Menschenrechten gegründete regelbasierte Ordnung zunehmend verfällt. Alle gewissenhaften Menschen, die sich zu universellen Werten bekennen, stehen in der Verantwortung, sich sowohl der Schließung der Al-Aqsa-Moschee als auch den Zerstörungs- und Annexionsbestrebungen der rechtsextremen israelischen Regierung gegen dieses Heiligtum des Islam entgegenzutreten.

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Die Kadr-Nacht

Verehrte Muslime! Inschallah werden wir in diesem Ramadan die Kadir-Nacht in der Nacht von Montag, dem 16. März, begehen. Wir laden alle unsere Geschwister ein, diese besondere Nacht gemeinsam in unseren Moscheen zu verbringen und sie zu beleben. Die Kadir-Nacht ist besser als tausend Monate. Sie ist eine Nacht, in der Allahs Barmherzigkeit besonders reichlich ist und seine Vergebung den Menschen besonders nahekommt. In dieser Nacht wurde der Koran herabgesandt, die Engel umgeben die Erde und die Herzen der Menschen werden mit göttlichem Licht erfüllt. Allah sagt im Koran: „Wir haben den Koran gewiss in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Kadr-Nacht ist? Die Kadr-Nacht ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit der Erlaubnis ihres Erhalters herab, mit jeglichem Auftrag. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“[1] Die Kadir-Nacht ist nicht nur ein Ereignis aus der Vergangenheit. Sie kehrt mit dem gesegneten Ramadan jedes Jahr wieder zu uns zurück und schenkt uns die Möglichkeit, unseren Iman zu erneuern und unser Herz zu reinigen. Der Koran wurde in dieser Nacht herabgesandt, damit er den Menschen Rechtleitung und Barmherzigkeit bringt. Allah sagt über den Koran: „Dies ist ein Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit du die Menschen mit deines Herrn Erlaubnis aus den Finsternissen zum Lichte führst, auf den Weg des Mächtigen, des Preiswürdigen.“[2] Darum sollten wir in dieser Nacht den Koran nicht nur lesen, sondern auch über seine Botschaft nachdenken und versuchen, sie in unserem Alltag zu leben. Denn der Koran ist nicht nur ein Buch, sondern ein Wegweiser für unser Leben. Die Kadir-Nacht ist auch eine Nacht des Duâs und der Vergebung. Unsere Mutter Aîscha (r) fragte den Propheten (s), welches Bittgebet sie sprechen solle, wenn sie diese Nacht erreicht. Er antwortete: „O Allah, du bist vergebend und liebst die Vergebung, so vergib auch mir.“[3] Diese Nacht ist eine Gelegenheit, unser Herz von den Lasten der Vergangenheit zu befreien, Allah um Vergebung zu bitten und mit neuer Hoffnung zu beginnen. Der Gesandte Allahs (s) sagte: „Wer die Kadir-Nacht im Glauben und in der Hoffnung auf Lohn von Allah verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“[4] Gleichzeitig erinnert uns diese Nacht daran, dass wir Teil einer Umma sind. Denken wir in unseren Bittgebeten nicht nur an uns selbst, sondern auch an die Unterdrückten, die Armen und die Menschen, die unter Krieg und Leid leben. Möge Allah unsere Herzen mit dem Koran beleben, unsere Sünden vergeben und unsere Gebete annehmen. Möge er diese gesegnete Nacht zu einem Anlass der Einheit für die Umma und zu einer Barmherzigkeit für die ganze Menschheit machen. Âmîn. [1] Sure Sure Kadr, 97:1-5 [2] Sure Ibrâhîm [3] Tirmizî, Daavât, 84 [4] Buhârî, Iman, 25, 27, 28   Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Niederländisch Hutba – schwedisch Hutba-  Dänish Hutba – Fransösisch Hutba –  Französich

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Wählen gehen, Haltung zeigen, Verantwortung übernehmen

„Mehrere Wahlen stehen bevor – und mit ihnen die Verantwortung, Demokratie nicht durch Angstparolen zu beschädigen. Die Islamische Gemeinschaft ruft zu Besonnenheit, klarer Abgrenzung nach rechts und zur Wahlteilnahme auf“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind anstehenden Wahlen am 8. März 2026 in Baden-Württemberg, am 15. März 2026 in Hessen, am 22. März 2026 in Rheinland-Pfalz sowie Kommunalwahlen in Frankreich am 15. und 22. März 2026. Ali Mete weiter: „Mit Blick auf die anstehenden Wahlen ruft die Islamische Gemeinschaft alle demokratischen Kräfte zu Verantwortung, sprachlicher Disziplin und gesellschaftlicher Besonnenheit auf. Gerade in den letzten Tagen vor einer Wahl entscheidet nicht nur das Programm, sondern auch der Ton. Wer mit rechtspopulistischen Schlagworten arbeitet, wer Menschen gegeneinander ausspielt oder Ressentiments bedient, mag kurzfristig Aufmerksamkeit gewinnen, trägt aber langfristig dazu bei, dass rechtsextreme Positionen normalisiert werden. Demokratische Parteien dürfen Rechtsextremen nicht Wasser auf die Mühlen tragen, indem sie deren Sprache, deren Feindbilder oder deren kalkulierte Härte übernehmen. Wer Feuer mit Funken bekämpfen will, darf sich nicht wundern, wenn am Ende das Haus der Demokratie brennt. Wahlen sind kein Nebenschauplatz der Demokratie, sondern ihr friedlicher Prüfstein: Sie legitimieren politische Macht, binden Regierende an den Willen der Bevölkerung und geben dem Gemeinwesen Stabilität. Darum rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Nicht wählen heißt in Zeiten gesellschaftlicher Verrohung allzu oft, anderen das Feld zu überlassen. Aus islamischer Sicht ist die Verantwortung für das Gemeinwohl kein freiwilliger Luxus, sondern Ausdruck von Gewissen, Gerechtigkeit und moralischer Reife. Wer Einfluss auf das gesellschaftliche Miteinander nehmen kann, sollte sich dieser Verantwortung nicht entziehen. Die Beteiligung an Wahlen ist deshalb nicht nur ein demokratisches Recht, sondern auch eine Form gelebter ethischer Verantwortung für Frieden, Würde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Botschaft der Islamischen Gemeinschaft ist klar: Demokratie braucht Beteiligung, Anstand in der Sprache und eine unmissverständliche Abgrenzung gegen jeden Rechtsruck.“

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Zakat, Infâk, Fidya und Fitra

Verehrte Muslime! Iman und Amal, also Glaube und Handlung, gehören untrennbar zusammen. Ein Muslim weiß, dass es zum Iman gehört, auf gottgefällige Weise seinen Unterhalt zu verdienen und auch auf gottgefällige Weise zu konsumieren. Darüber hinaus gehört es zum Iman, mit anderen zu teilen, was man besitzt. Besitz ist nämlich etwas, das uns von Allah anvertraut wurde und andere, vor allem Bedürftige, haben ein Recht haben daran. Allah lehrt uns, was Güte und Aufrichtigkeit wirklich bedeuten: „Religiös ist, wer sein Geld, auch wenn er selbst Bedarf hat, für seine Angehörigen und die Waisen, die Armen und den Reisenden, die Bettler und die Gefangenen ausgibt; und wer das Gebet verrichtet; und wer die Zakat zahlt; und die, welche ihre eingegangenen Verpflichtungen einhalten und in Unglück, Not und Gefahr standhaft sind: Sie sind es, die aufrichtig und gottesfürchtig sind.“[1] Die Zakat ist eine der fünf tragenden Säulen des Islams. Der Gesandte Allahs (s) sagte: „Spenden und Zakat vermindern den Besitz nicht.“[2] Vielmehr bewirkt sie Gutes: Die Zakat reinigt das Vermögen, das Herz und schafft Ausgleich in der Gesellschaft. Unser Prophet hat die Zakat als ein sichtbares Zeichen des Muslimseins beschrieben. Liebe Gemeinde! Das Geben für Allah ist nicht auf die Zakat begrenzt. Jede aufrichtige Gabe für Allah ist Infâk. Die Hand, die einem Armen gereicht wird, das Herz, das sich eines Waisenkindes annimmt, die Unterstützung, die einem Verschuldeten Erleichterung verschafft, all das ist Infâk. Allah verspricht denen, die glauben, das Gebet verrichten und Zakat geben, großen Lohn. Das zeigt uns, dass Teilen nicht nur das Jenseits erhellt, sondern auch im Diesseits Frieden schenkt. Die Fitra ist eine besondere Form des Gebens. Sie ist der Dank dafür, dass wir den Monat Ramadan erleben durften. Jeder Muslim, der über seine grundlegenden Bedürfnisse hinaus über Besitz verfügt, ist verpflichtet, für sich selbst und für die Menschen, für die er Verantwortung trägt, die Fitra zu entrichten. Sie soll vor dem Fest gegeben werden, damit auch Bedürftige das Fest mit Würde und Ruhe begehen können. Fitra darf an dieselben Personen gegeben werden, die auch Zakat empfangen dürfen. Wer keine Zakat erhalten darf, darf auch keine Fitra erhalten. Fidya geben jene, die aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten können und keine Möglichkeit haben, das Fasten nachzuholen. Für jeden versäumten Tag wird ein Betrag gegeben, der ausreicht, um einen Bedürftigen zu sättigen. Die Höhe der täglichen Fidya entspricht der festgelegten Fitra. Auch dies ist Ausdruck verantwortungsvoller Dienerschaft gegenüber Allah. Zakat, Infâk, Fitra und Fidya sind tragende Säulen sozialer Gerechtigkeit und gelebter Geschwisterlichkeit. Lasst uns großzügig geben und unseren Besitz mit Segen erfüllen, unsere Herzen reinigen und die Bedürftigen erfreuen. Lasst uns den Segen des Ramadans nutzen, indem wir uns an der wertvollen Zakat- und Fitra-Arbeit von HASENE beteiligen. Möge Allah uns zu denen gehören lassen, die geben, sich ihrer Verantwortung bewusst sind, aufrichtig sind und Gottesfurcht leben. Möge er unsere Gebete, unser Fasten sowie unsere Zakat und unsere Spenden annehmen. Âmîn. [1] Sure Bakara, 2:177 [2] Muslim, Birr, 69   Hutba  – Türkisch Hutba – Deutsch Hutba – Schwedisch  Hutba – Fransösisch Hutba – Englisch Hutba –  Arabisch Hutba- Niederländisch  Hutba – Dänisch

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Gewalt schafft keinen Frieden

„Kriege bringen kein Heil, sondern Leid. Nötig sind Besonnenheit, Menschlichkeit und der ernsthafte Wille, Leben zu schützen statt Gewalt zu verlängern“, erklärt Kemal Ergün, Vorsitzender der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Krieges im Iran. Kemal Ergün weiter:  „Die Islamische Gemeinschaft blickt mit großer Sorge auf die aktuelle Eskalation rund um den Iran. Auch wenn der Iran viel Leid verursacht hat, ist Krieg keine Lösung. Die Angriffe, zumal im Ramadan, während die diplomatischen Gespräche fortgeführt wurden und bei denen Dutzende Schulkinder getötet wurden, können nicht gutgeheißen werden. Krieg und Gewalt schaffen Angst, führen zu Vertreibung und zerstören Lebensperspektiven. Immer sind es vor allem Zivilpersonen, die den höchsten Preis zahlen: Familien, Kinder, Kranke und ältere Menschen. Aus islamischer wie aus menschenrechtlicher Sicht steht fest: Jedes Menschenleben ist zu schützen. Deshalb braucht es jetzt und überall auf der Welt Besonnenheit, Dialog und die konsequente Achtung des Völkerrechts. Frieden entsteht nicht durch Bomben, sondern durch Verantwortung, Diplomatie und den ernsthaften Willen, weiteres Leid zu verhindern.“

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Was ist Takwâ?

Verehrte Muslime! Einer der zentralen Begriffe des Korans ist Takwâ. Sie ist der Maßstab, der unsere Beziehung zu Allah, unseren Mitmenschen und zur gesamten Schöpfung ordnet. Allah spricht: „Der Angesehenste von euch bei Allah ist derjenige, der am meisten Takwâ besitzt.“[1] Damit sagt uns Allah, dass sein Maßstab nicht in der Abstammung oder Stellung liegt, sondern allein im Gottesbewusstsein. Das zeigt sich im ernsthaften Bemühen, Allahs Botschaft zu folgen. Takwâ beginnt im Herzen, vertieft sich in der Absicht und wird im Handeln sichtbar. Das Gebet gewissenhaft zu verrichten, den eigenen Lebensunterhalt halal zu verdienen, die Zunge vor Lüge und das Herz vor Missgunst zu bewahren – all das zeigt, dass jemand gottesbewusst ist. Ein Mensch mit Takwâ erinnert sich auch im Privaten daran, dass Allah mit ihm ist. Liebe Geschwister! Es ist auch wichtig zu wissen, was Takwâ nicht ist. Gut auszusehen, eine bestimmte Kleidung zu tragen oder religiös zu sprechen, ist keine Takwâ. Diese Äußerlichkeiten drücken Gottesbewusstsein nicht aus. Im Koran heißt es: „O Kinder Adams! Wir gaben euch Kleidung, um eure Blöße zu bedecken, und als Prunkgewänder. Aber das Kleid der Takwâ ist besser.“[2] Ein Mensch, der ein grobes Herz und einen schwachen Charakter besitzt und der andere kränkt, der hat keine Takwâ, selbst wenn er äußerlich noch so religiös erscheint. Denn Takwâ bedeutet, andere nicht zu verurteilen oder zu glauben, dass man besser ist als sie. Hochmut und Zurschaustellung sind Krankheiten, die den Geist der Takwâ zerstören. Auch ist es keine Takwâ, sich vollständig aus dem Leben zurückzuziehen, um das Jenseits zu gewinnen. Der Islam lehrt nicht die Flucht aus der Welt, sondern den verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Takwâ bedeutet also nicht, Verantwortung zu meiden, sie ist ein gesundes Bewusstsein für Verantwortung. Gottesbewusst zu sein, bedeutet nicht, für die eigene Stellung oder für das Ansehen zu leben, sondern allein für Allahs Zufriedenheit. Wenn wir mit unseren Worten sagen, dass wir Allah fürchten, unser Leben aber nicht nach seinen Geboten ausrichten, dann ist es Heuchelei. Umar (r) fragte eines Tages Ubay ibn Kâb (r), was Takwâ ist und bekam die Antwort: Auf einem Weg voller Dornen zu versuchen, sich und seine Kleidung zu beschützen – das ist Takwâ. Lasst uns diese Hutba mit einem Duâ unseres Propheten (s) beenden: „Allah, gib meiner Seele ihre Takwâ und reinige sie. Du bist derjenige, der sie am besten reinigt. Du bist ihr Beschützer und ihr Herr.“[3] Âmîn [1] Sure Hudschurât, 49:13 [2] Sure Âraf, 7:26 [3] Muslim, Zikr, 73   [D] 27 2 26 [Hutba] [AR] 27 2 26 [Hutba] [TR] 27 2 26 [Takva Nedir] [SV] 27 2 26 [Hutba] [FR] 27 2 26 [Hutba] [EN] 27 2 26 [What Is Taqwa]  

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Takva Nedir, Ne Değildir

Aziz Müminler! Âlemlerin yegâne sahibi Allah (c.c.) bizleri imanla şereflendirmiş, Kur’an-ı Kerim’i bizlere rehber kılmıştır. Yüce Kur’an’da en çok kullanılan kavramlardan biri takvadır. Takva müminin hem Rabbi ile hem insanlarla hem de âlemle olan ilişkisini düzenleyen temel bir ölçüdür. Rabbimiz “Allah katında en değerli olanınız, Ona karşı gelmekten en çok sakınanınızdır.”[1] buyurarak üstünlüğün soyda veya makamda değil, takvada olduğunu bildirmiştir. Muhterem Müslümanlar! Genel anlamıyla takva Allah’a karşı derin bir saygı ve sorumluluk bilinciyle yaşamaktır. Onun emirlerini yerine getirme gayreti ve yasaklarından samimiyetle sakınmaktır. Takva kalpte başlar, niyete yerleşir ve davranışlara yansır. Namazı dosdoğru kılmak, kazancını helalden sağlamak; dili yalandan, kalbi kinden korumak takvanın göstergeleridir. Takva sahibi mümin yalnızken de Allah’ın huzurunda olduğunu bilir, gizlide de açıkta da aynı hassasiyeti gösterir. İbadetler takvanın temeli ve hayata yansıyan yüzü iken takva ibadetin ruhu ve yüce Allah’ın amelleri ve niyetleri ölçtüğü ölçüdür.  Yüce Allah Kur’an-ı Kerim’inde; “Sizden Allah’a ulaşacak olan tek şey takvanızdır.”[2] diye buyurmaktadır. Kıymetli Kardeşlerim! Takvanın ne olmadığını da iyi bilmemiz gerekir. Takva sadece dış görünüş, kıyafet ya da söz değildir. Şekilcilik takva değildir. Kur’an-ı Azîmüşşân’da “Ey Âdemoğulları! Size hem edep yerlerinizi örtecek bir elbise hem de giyinip süsleneceğiniz bir elbise indirdik. Takva elbisesine gelince, en güzel ve en hayırlı elbise işte odur.”[3] diye buyurulmaktadır. Kalbi katı, ahlakı zayıf, insanlara karşı kırıcı olan bir kimse ne kadar dindar görünürse görünsün takva ölçüsünü yakalayamaz. Takva insanları yargılamak, kendini başkalarından üstün görmek hiç değildir. Kibir ve riya takvanın ruhunu yok eden büyük hastalıklardır. Ayrıca, dünyadan tamamen kopmak da takva değildir. İslam dünyayı terk etmeyi değil, dünyada ahireti kazanmayı öğretir. Çalışmak, üretmek, rızık peşinde koşmak takvaya aykırı değildir. Takva harama bulaşmadan, haksızlığa sapmadan, helal ölçüler içinde yaşamaktır. Sorumluluktan kaçmak değil, sorumluluğu adaletle ve ahlakla yerine getirmektir. Takvaya günümüz diliyle “sorumluluk bilincidir” dense yeridir. Değerli Cemaat! Takva samimiyet ve ihlastır. Nefsi ve başkaları için değil, Allah rızası için yaşamaktır. Takva hayatın her alanında Allah’ın razı olduğu bir kul olmaya gayret etmektir. Dilimizle “Allah’tan korkuyoruz.” deyip, hayatımızı Onun emirlerine göre düzenlemiyorsak, bu riyakârlıktır. Hz. Ömer (r.a.) bir gün Übey b. Kâ’b (r.a.)’a takvanın ne olduğunu sorar. Übey (r.a) ona, “–Hiç dikenli bir yolda yürüdün mü?” diye sorar. Hz. Ömer, “–Evet, yürüdüm.” karşılığını verir. Bu sefer, “–Peki, ne yaptın?” diye sorar. Hz. Ömer, “–Elbisemi topladım ve dikenlerin bana zarar vermemesi için bütün gücümü sarf ettim.” cevabını verir. Bunun üzerine Übey (r.a.) şöyle der: “–İşte takva budur.”[4] Kardeşlerim! Ezcümle takva, Allah’ın razı olmayacağı bir hareketten titizlikle kaçınmak, Allah’ın emirleri karşısında hassasiyet göstermektir. Hutbemizi Peygamber Efendimiz (s.a.v.)’in şu duası ile bitirelim: “Allah’ım! Nefsime takvasını ver ve onu tezkiye et! Sen onu en iyi tezkiye edensin. Sen onun velisi ve Mevlasısın.” [1] Hucurât suresi, 49:13 [2] Hac suresi, 22:37 [3] A’râf suresi, 7:26 [4]  İbn-i Kesîr, Tefsîru’l-Kur’âni’l-Azîm, Beyrut 1988, I, 42.   [TR] 27 2 26 [Takva Nedir] [SV] 27 2 26 [Hutba] [FR] 27 2 26 [Hutba] [EN] 27 2 26 [What Is Taqwa] [AR] 27 2 26 [Hutba] [D] 27 2 26 [Hutba]

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Herzensbildung und geistige Reinheit

Verehrte Muslime! Seit gestern dürfen wir den gesegneten Monat Ramadan erleben. Dieser Monat ist eine einzigartige Gelegenheit, unser Herz zu erziehen und uns innerlich zu reinigen. In diesem Monat erinnern wir uns daran, dass der wahre Wert des Menschen nicht an Reichtum, Stellung oder dem Äußeren gemessen wird, sondern an der Reinheit und Aufrichtigkeit seines Herzens. Unser Prophet (s) hat diese Maßgabe verdeutlicht, als er sagte: „Allah schaut nicht auf euer Äußeres und euren Besitz, sondern er schaut auf eure Herzen und eure Taten.“[1] Deshalb messen wir der Erziehung unseres Herzens große Bedeutung bei. Die Aufrichtigkeit des Herzens gewinnt ihren Sinn dadurch, dass die Ibâdas den Maßstäben von Koran und Sunna entsprechen. Ziel der individuellen Gottesdienste im Islam ist es, das Herz zu reinigen und das Ego zu überwinden. Ist das Herz von Aufrichtigkeit erfüllt, so sind auch Worte und Taten schön. Wird das Herz jedoch vernachlässigt, breiten sich Hochmut, Neid, Hass, Zorn, Heuchelei und die Liebe zur Welt als geistige Krankheiten darin aus. Diese Krankheiten schaden nicht nur dem Einzelnen, sondern wirken sich auch zerstörerisch auf die Gesellschaft aus. Unser Prophet (s) hat uns dies vor Augen geführt, indem er sagte: „Wahrlich, im Körper gibt es ein Stück Fleisch: Ist es gesund, so ist der ganze Körper gesund, und ist es verdorben, so ist der ganze Körper verdorben. Dies ist das Herz.“[2] Liebe Geschwister! Der erste Schritt der Herzensbildung besteht darin, dass wir uns selbst zur Rechenschaft ziehen und unsere Ibâdas nur für Allah verrichten. Geistige Reinheit wird möglich, indem man sich von Sünden fernhält und die Reue zu einem festen Bestandteil des eigenen Lebens macht. Sünden verdunkeln das Herz, Gottesdienste und Reue erhellen es. Einer der wirksamsten Wege zur Reinigung des Herzens ist es, eine lebendige Verbindung zum Koran aufzubauen. Gebet, Zikr und Duâ halten das Herz lebendig und reinigen es. Ebenso gehört es zu einer reifen Herzensbildung, Menschen zu verzeihen, Hass aus dem Herzen zu lösen und zu lernen, anderen Gutes zu wünschen. Ein gütiges Herz ist der Güte Allahs näher. Der Gesandte Allahs (s) sagte: „Seid gütig, damit euch Güte erwiesen wird. Verzeiht, damit Allah euch verzeiht.“[3] Wir sollten nicht vergessen, dass ein reines Herz die Grundlage für ein friedvolles Leben, einen starken Iman und einen schönen Charakter ist. Wer sein Herz mit Glauben, Takwâ und edlem Charakter erzieht, findet in dieser Welt inneren Frieden und im Jenseits die ewige Erlösung. Bemühen wir uns deshalb darum, unserem Herrn mit einem reinen Herzen zu begegnen. Möge Allah uns zu Dienern machen, deren Herzen rein und deren Absichten aufrichtig sind. Âmîn. [1] Muslim, Birr, 34 [2] Buhârî, Iman, 39 [3] Ahmad b. Hanbel, Musnad, II. 219 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch

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Ramadanbewusstsein und Absicht

Verehrte Muslime! Bald beginnt wieder der gesegnete Ramadan. Am kommenden Donnerstag werden wir inschallah fasten. Allah hat uns diesen Monat als Barmherzigkeit, Vergebung und Segen geschenkt. Im Koran heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.“[1] Zu fasten bedeutet nicht nur, auf Essen und Trinken zu verzichten. Es bedeutet, unsere Herzen zu reinigen, unseren Willen zu stärken und unser Bewusstsein als Diener Allahs neu aufzubauen. Dieser gesegnete Monat lehrt uns, wie wichtig die Absicht ist und wie eine bewusste Dienerschaft aussieht. Unser geliebter Prophet (s) sagte: „Die Taten entsprechen den Absichten.“[2] Damit erinnert er uns daran, dass der innere Beweggrund entscheidend ist. Allah bewertet eine Handlung nicht nur nach dem, was man von außen sieht, sondern nach dem Ziel im Herzen. Wenn ein Mensch mit seinen Ibâdas Allahs Wohlgefallen sucht, erhält er Lohn. Wenn dieselbe Tat jedoch aus Angeberei oder Eigeninteresse geschieht, verliert sie ihren Wert. So ist es auch mit dem Fasten im Ramadan. Wir fasten nicht aus Gewohnheit oder Tradition, sondern aus Hingabe zu Allah. Liebe Geschwister! Ramadan ist eine große Gelegenheit für jeden Gläubigen, der an Allah, seinen Gesandten und den Jüngsten Tag glaubt, um sein Bewusstsein zu erneuern. Es geht darum, den Wert der Zeit zu erkennen und die Tage nicht achtlos, sondern aufmerksam zu leben. Wenn wir unsere Zunge vor Lügen und Lästern schützen, unser Herz vor Hass bewahren und unsere Augen vor dem Verbotenen senken, dann haben wir den Sinn des Ramadan verstanden. Wenn uns das Fasten jedoch nicht von schlechten Worten und Taten abhält, bleibt am Ende nur Hunger und Müdigkeit. Unser Prophet (s) warnte davor mit den Worten: „Mancher Fastende hat von seinem Fasten nichts außer trockenem Hunger, und mancher, der nachts betet, hat von seinem Gebet nichts außer Schlaflosigkeit.“[3] Ramadan ist auch ein Monat der Erziehung. Wenn wir hungrig sind, lernen wir den Wert der Gaben zu schätzen und verstehen die Lage der Bedürftigen besser. An den Iftar-Tischen lernen wir zu teilen, und durch Zakat und Sadaka stärken wir unsere Geschwisterlichkeit. Die Absicht ist nicht nur zu Beginn des Fastens wichtig, sondern in allen Bereichen unseres Lebens. In unserer Arbeit, in unserer Familie und in unseren Ibâdas. Wenn wir unsere Absicht immer auf Allahs Wohlgefallen richten, können selbst alltägliche Tätigkeiten zum Gottesdienst werden. Möge unser Schöpfer uns zu denen zählen, die den Geist des Ramadan verstehen, ihre Absicht aufrichtig fassen und dieses Bewusstsein in ihr Leben tragen. Möge unser Ramadan gesegnet und unser Fasten angenommen sein. Âmîn. [1] Sure Bakara, 2:183 [2] Muslim, Imâra, 155 [3] Ibn Mâdscha, Siyâm, 21 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch

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