Umweltbewusst zur Moschee: Islamische Gemeinschaft startet vierte „Emissionsfreie Woche“

Die Islamische Gemeinschaft ruft ihre Gemeinden dazu auf, ihre Wege zur Moschee möglichst emissionsarm zurückzulegen. Mit Informationsangeboten, lokalen Veranstaltungen und Bildungsarbeit will die IGMG Klimaschutz und Verantwortung für Umwelt stärker im Gemeindeleben verankern. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen beziehungsweise emissionsarmen Verkehrsmitteln oder gemeinsam im Auto zur Moschee: Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) ruft ihre Gemeinden vom 16. bis 22. September 2026 zu einer „Emissionsfreien Woche“ auf. Mit der Aktion will die Religionsgemeinschaft für die Folgen des Klimawandels sensibilisieren und dazu anregen, das eigene Mobilitätsverhalten im Alltag zu überdenken. Im Mittelpunkt steht zunächst der Weg zur Moschee. Gemeindemitglieder sollen während der Aktionswoche möglichst auf Fahrten mit dem eigenen Auto verzichten oder Fahrgemeinschaften bilden. Wo es möglich ist, sollen sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Gottesdiensten und Veranstaltungen kommen. Die Initiative soll dabei nicht auf eine Woche beschränkt bleiben, sondern langfristig zu einem bewussteren Umgang mit Mobilität beitragen. „Klimaschutz beginnt nicht erst bei großen politischen Entscheidungen. Auch viele kleine Entscheidungen im Alltag haben eine Wirkung. Der Weg zur Moschee ist eine davon“, erklärt der Generalsekretär der IGMG, Ali Mete. „Wir möchten unsere Gemeinden dafür sensibilisieren, Gewohnheiten zu hinterfragen und dort, wo es möglich ist, umweltfreundlichere Alternativen zu nutzen.“ Hintergrund der Aktion sind die Folgen der Klimakrise und insbesondere der Beitrag des Verkehrs zu den CO₂-Emissionen. Die IGMG will deshalb während der Aktionswoche Informationsmaterialien zu Emissionen, Luftverschmutzung und Klimawandel bereitstellen. Die Gemeinden sind zudem eingeladen, eigene Informations- und Diskussionsveranstaltungen anzubieten. Dabei sollen ausdrücklich auch Akteure außerhalb der Moscheegemeinden einbezogen werden. Je nach örtlichen Möglichkeiten können etwa kommunale Umwelt- und Klimabeauftragte sowie Umweltorganisationen zu Veranstaltungen eingeladen werden. Auch in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinden sind Bildungsangebote zum Thema Umwelt und Klima vorgesehen. Die Initiative knüpft zugleich an ein religiöses Verständnis von Verantwortung an. „Verantwortung für die Umwelt ist für uns kein Thema, das außerhalb des religiösen Lebens steht“, so Ali Mete. „Der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung gehört zu unserem Verständnis von Glauben. Dazu gehört auch die Frage, wie wir konsumieren, wie wir uns fortbewegen und welche Folgen unser Verhalten für andere Menschen und kommende Generationen hat.“ Die IGMG verweist dabei auch auf die soziale Dimension der Klimakrise. Umweltzerstörung und klimatische Veränderungen treffen weltweit häufig Menschen besonders hart, die ohnehin unter schwierigen Bedingungen leben. Klimaschutz ist deshalb nicht nur eine ökologische, sondern auch eine Frage gesellschaftlicher Verantwortung und Gerechtigkeit. Die „Emissionsfreie Woche“ wird von der IGMG Klimakommission bereits zum vierten Mal durchgeführt. Sie ist Teil der Umwelt- und Klimaprojekte der Islamischen Gemeinschaft, zu denen auch ein Ratgeber für klimafreundliche Moscheen gehört.

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Charakter muslimischer Eltern

Geehrte Muslime! Allah sagt im Koran: „Ihr, die ihr glaubt! Schützt euch selbst und eure Familien vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind.“[1] Allah misst der Familie eine große Bedeutung bei. Er fordert uns dazu auf, unsere Eltern zu respektieren und ihre Rechte zu achten. Doch er lehrt uns auch, dass Kinder ein anvertrautes Gut sind. Deshalb tragen Eltern eine große Verantwortung. Wir sollen unseren Kindern einen schönen Namen geben, sie mit erlaubter Nahrung versorgen, ihnen einen guten Charakter vermitteln und ihnen ihren Glauben so vermitteln, dass sie den Islam lieben lernen. Als Eltern haben wir die Pflicht unseren Kindern zu zeigen, wie sie ein Leben führen können, mit dem Allah zufrieden ist. Der beste Weg, unseren Kindern den Islam zu vermitteln, ist, seine Schönheit selbst aufrichtig vorzuleben. Wenn wir ihnen das Gebet erklären, sollen sie sehen, dass wir selbst beten. Wenn wir ihnen das Fasten beibringen, sollen sie sehen, dass auch wir fasten. Im Koran heißt es: „Wollt ihr die Menschen zum Guten aufrufen und eure eigenen Seelen vergessen, wo ihr doch die Schrift lest? Habt ihr denn keine Einsicht?“[2] Dieser Koranvers zeigt uns, dass unsere Worte und unser Verhalten übereinstimmen müssen. Was wir selbst nicht leben, hinterlässt in den Herzen unserer Kinder keine Wirkung. Wenn wir unsere Familie zur Anbetung Allahs ermutigen, müssen auch wir unsere eigenen Pflichten standhaft und entschlossen erfüllen. Kinder orientieren sich stärker am Verhalten ihrer Eltern als an ihren Worten. Der beste Rat, den wir ihnen geben können, ist deshalb ein vorbildliches Leben, das durch Glauben und Gottesdienst schön wird. Liebe Geschwister! Unsere Kinder brauchen nicht nur Freunde. Sie brauchen auch liebevolle und barmherzige Eltern, die ihnen den richtigen Weg zeigen und ihnen klare Grenzen vermitteln. Deshalb müssen wir ihnen unseren Glauben, einen guten Charakter, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit beibringen. Ebenso müssen wir ihnen einen bewussten Umgang mit Privatsphäre und persönlichen Grenzen vermitteln. Dabei sollten wir ihnen immer mit Liebe, Geduld und Weisheit begegnen. Enes ibn Malik (r) berichtet, wie einfühlsam unser Prophet (s) seine Familie zum Gebet rief: „Wenn der Gesandte Allahs (s) zum Morgengebet ging, kam er sechs Monate lang an der Tür von Fatima vorbei und sagte: ‚Auf zum Gebet, ihr Angehörigen des Hauses!‘ Anschließend las er den Vers: Ihr, Angehörigen des Hauses des Propheten! Allah will die Sünde von euch fernhalten und euch vollkommen reinigen.‘“[3] Lasst uns alle unsere Kinder gleich behandeln und gleichmäßig lieben. Das Dua der Eltern hat bei Allah großen Wert. Unser Prophet (s) sagte: „Drei Duas werden ohne Zweifel angenommen: das Dua der Eltern, das Dua eines Reisenden und das Dua eines Menschen, dem Unrecht angetan wurde.“[4] Gewöhnen wir uns deshalb daran, gute Worte zu sprechen und aufrichtige Duas zu mache – auch dann, wenn wir mal wütend sind. Möge Allah uns und unsere Nachkommen zu Muslimen machen, die anderen durch ihre Worte und ihr Verhalten ein Vorbild sind. Möge er uns allen ein Leben mit Iman und mit einem guten Charakter schenken. Amin! [1] Sure Tahrim, 66:6 [2] Sure Bakara, 2:44 [3] Tirmizi, Tafsir al-Koran, 33 [4] Abu Dawud, Witr, 29 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch

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Islamische Gemeinschaft: Wahlergebnis respektieren, Grundrechte verteidigen

„Das Wahlergebnis ist demokratisch zustande gekommen. Doch Demokratie erschöpft sich nicht in Mehrheiten. Sie muss gerade dann funktionieren, wenn Minderheiten unter politischen Druck geraten“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich des Ausgangs der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am Sonntag, 6. September 2026. Ali Mete weiter: „Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt darf weder verharmlost noch hysterisiert werden. Wer Millionen Wählerinnen und Wähler pauschal beschimpft oder nicht ernst nimmt, verweigert sich der politischen Auseinandersetzung. Wer zugleich rechtsextreme Positionen und Angriffe auf Minderheiten kleinredet, entzieht sich der demokratischen Verantwortung. Gleichwohl ist das Wahlergebnis ein Einschnitt. Rechtsextreme, die offen mit islamfeindlichen Forderungen Politik gemacht haben, haben einen historischen Stimmenanteil erreicht. Dieses Ergebnis ist demokratisch zustande gekommen und als solches zu respektieren. Ebenso klar ist aber: Eine Wahl entscheidet darüber, wer politische Verantwortung übernehmen kann. Sie entscheidet nicht über Menschenwürde, Gleichheit und Religionsfreiheit; diese stehen bei Wahlen nicht zur Abstimmung. Sie sind das Fundament unseres Gemeinwesens und schützen gerade jene, die nicht zur Mehrheit gehören. Das gilt auch für Musliminnen und Muslime. Ihre Religionsfreiheit ist weder ein Entgegenkommen noch eine politische Gefälligkeit. Sie ist ein Grundrecht. Niemand kann darüber verfügen, ob muslimisches Leben zu Deutschland gehört. Millionen Menschen leben ihren Glauben hier, tragen Verantwortung, arbeiten, gründen Familien und gestalten dieses Land mit. Jetzt liegt eine besondere Verantwortung bei allen demokratischen Kräften – links wie in der Mitte. Bei Gesprächen über Mehrheiten, Regierungen und politische Kompromisse dürfen die Würde des Menschen, die Gleichheit vor dem Gesetz und die Freiheit des Glaubens nicht zur Verhandlungsmasse werden. Die Islamische Gemeinschaft steht dabei nicht nur für die Rechte von Musliminnen und Muslimen ein. Unsere Solidarität gilt allen Menschen, deren Zugehörigkeit, Würde oder Freiheit aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Identität infrage gestellt wird. Demokratie bedeutet mehr als die Herrschaft der Mehrheit. Ihre Stärke und Qualität zeigen sich gerade darin, dass Minderheiten keine Angst vor Mehrheiten haben müssen. Unser Glaube an den Rechtsstaat und an die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie ist ungebrochen.“

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Aufruf zur Teilnahme an Wahlen in Sachsen-Anhalt

„Die Islamische Gemeinschaft ruft zur Teilnahme an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf. Angesichts rechtsextremistischer Positionen zu Islam, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ist Wegsehen keine Option“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am Sonntag, 6. September 2026. Ali Mete weiter: „Die Islamische Gemeinschaft ruft alle Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt eindringlich dazu auf, am Sonntag ihre Stimme abzugeben. Demokratie lebt von Teilnahme, dass Menschen Verantwortung übernehmen – gerade dann, wenn grundlegende Werte unseres Zusammenlebens unter Druck geraten. Für Musliminnen und Muslime ist diese Landtagswahl von besonderer Bedeutung. Rechtsextremisten sprechen dem Islam ausdrücklich die Zugehörigkeit zu Sachsen-Anhalt ab, wollen seine öffentliche Sichtbarkeit beschränken, wendet sich gegen islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen und möchte ihre Vorstellungen auch über die Landespolitik durchsetzen. Das sind keine abstrakten Debatten über Religion. Es geht um die Frage, ob Musliminnen und Muslime als selbstverständlicher Teil dieses Landes anerkannt und gleichbehandelt werden. Ebenso besorgniserregend sind Vorstellungen im Bildungsbereich, Kinder aus Familien von Geflüchteten und Asylsuchenden dauerhaft in gesonderten Klassen zu unterrichten. Schule sollte Kinder zusammenbringen, Chancen eröffnen und Unterschiede überwinden. Sie darf kein Ort werden, an dem gesellschaftliche Ausgrenzung bereits im Klassenzimmer beginnt. Religionsfreiheit, Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz sind keine Zugeständnisse einer politischen Mehrheit. Sie gehören zum Fundament unseres Gemeinwesens. Aus islamischer Sicht gehören Gerechtigkeit, Verantwortung und der Einsatz für das Gemeinwohl untrennbar zusammen. Musliminnen und Muslime stehen deshalb nicht außerhalb der demokratischen Gesellschaft. Sie sind ein Teil von ihr und tragen Verantwortung für sie. Wer am Wahltag zu Hause bleibt, überlässt anderen die Entscheidung darüber, in welche Richtung sich unser Land bewegt. Und wer Extremisten das demokratische Feld kampflos überlässt, darf sich über die Folgen nicht wundern. Das wäre fatal für Musliminnen und Muslime, für Minderheiten, für unser gesellschaftliches Miteinander – und letztlich für Deutschland insgesamt. Deshalb unser Appell: Nutzen Sie Ihre Stimme. Gehen Sie wählen. Demokratie verteidigt sich nicht von allein.“

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Wissen und Weisheit im Islam

Verehrte Muslime! Bald beginnt ein neues Schul- und Studienjahr. Möge Allah unseren Kindern und Jugendlichen sowie allen, die sich um Wissen bemühen, viel Erfolg, Leichtigkeit beim Lernen und gute Ergebnisse schenken. Bildung soll uns nicht nur Wissen vermitteln. Bildung soll uns auch zu Menschen mit einem guten Charakter machen, uns zu guten Taten führen und uns helfen, der Gesellschaft zu dienen. Dazu gehört vor allem, dass wir den Koran und unseren edlen Glauben, den Islam, richtig kennenlernen. Denn das Wissen über den Islam steht über allem anderen. Unser Prophet (s) sagte: „Die Besten unter euch sind diejenigen, die den Koran lernen und ihn anderen beibringen.“[1]   Ganz gleich, was wir lernen oder studieren: Der Koran und das Wissen über unseren Glauben sollten immer im Mittelpunkt unseres Lebens stehen. Denn wenn wir den Islam richtig kennenlernen und das Gelernte im Alltag umsetzen, finden wir im Diesseits Frieden und im Jenseits die ewige Rettung.Im Koran sagt Allah: „Allah hat den Gläubigen wahrlich eine große Gnade erwiesen, indem er ihnen aus ihrer eigenen Mitte einen Propheten geschickt hat. Dieser trägt ihnen seine Verse vor, reinigt sie, lehrt sie das Buch und die Weisheit. Zuvor befanden sie sich eindeutig im Irrtum.“[2] Unser Prophet (s) wurde uns als eine Gnade geschickt, um uns den Koran und die Weisheit zu lehren. Durch dieses Wissen lernen wir Menschen, uns von Schlechtem fernzuhalten und unser Herz zu reinigen. Vor allem lernen wir, unser Leben so zu führen, dass Allah mit uns zufrieden ist. Der Koran hilft uns, einen guten Charakter zu entwickeln, Gutes zu tun und gottesbewusst zu leben.   Liebe Geschwister! Weisheit hilft dem Menschen, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Weisheit bedeutet, Allahs Bestimmungen und die Schönheiten des Islams zu kennen. Sie bedeutet auch, die Barmherzigkeit und den Nutzen seiner Gebote zu verstehen. Ein weiser Mensch ist nicht nur jemand, der viel weiß. Weise ist, wer sein Wissen auch in die Tat umsetzt. Ein weiser Mensch sagt die Wahrheit, verhält sich bedacht und achtet bei allem auf Allahs Zufriedenheit. Weisheit ist also nicht bloß Theorie. Sie ist ein Licht, das unser Wissen ins Leben trägt, uns reifer werden lässt und unseren Charakter verschönert. Im Koran fragt Allah: „Sind etwa diejenigen, die wissen, denen gleich, die nicht wissen?“[3] In diesem Koranvers lobt Allah den Muslim, der seine Religion kennt und nach seinem Wissen lebt. Zugleich motiviert er uns, Wissen zu suchen. Damit wir unsere täglichen Gebete richtig verrichten können, müssen wir den Koran richtig lesen können. Und damit unser Iman stärker wird, brauchen wir zuverlässiges Wissen über den Islam. Deshalb sollten wir unsere Kinder zum Unterricht in unseren Moscheen und Bildungszentren anmelden. Motivieren wir sie dazu, regelmäßig an diesen Angeboten teilzunehmen. Doch auch wir selbst sollten weiterlernen, ganz gleich, wie alt wir sind. Bemühen wir uns darum, unsere Wissenslücken in religiösen Fragen zu schließen und uns weiterzuentwickeln. Denn der Islam betrachtet das Suchen nach Wissen als eine grundlegende Aufgabe für jede Muslimin und jeden Muslim. Beenden wir unsere Hutba mit diesem schönen Dua unseres Propheten (s): „O Allah! Ich suche Zuflucht bei dir vor Wissen, das keinen Nutzen bringt, vor einem Herzen, das keine Ehrfurcht empfindet, vor einem Ich, das nie satt wird, und vor einem Dua, das nicht angenommen wird.“[4] Amin! [1] Tirmizi, Fadail al-Kuran, 15 [2] Sure Ali Imran, 3:164 [3] Sure Zumar, 39:9 [4] Muslim, Zikr, 73 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch

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Charakter und Gesetz als Gesellschaftsvertrag

Verehrte Muslime! Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir leben nicht allein, sondern in Gemeinschaft. Und damit wir friedlich zusammenleben können, benötigen wir gemeinsame Werte. Dazu gehören Vereinbarungen, auf die sich die Gesellschaft einigt und stillschweigend unterschreibt. Unser Charakter schützt unser Gewissen und das Recht schützt die Ordnung der Gesellschaft. Beide sind grundlegende Werte. Und dort, wo beide einander ergänzen, erfahren wir Gerechtigkeit, Vertrauen und Frieden. Im edlen Koran sagt unser Schöpfer: „O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht.“[1] Mit diesen Worten hat Allah uns die Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens vor Augen geführt.   Liebe Geschwister! Das Recht sichert die Rechte der Menschen. Der Charakter sorgt dafür, dass diese Rechte auch von Herzen geachtet werden. Gesetze können das Unrecht verhindern. Doch das Gute in die Herzen zu pflanzen, ist Aufgabe des Charakters. Ein starker Charakter zeigt sich darin, dass wir das uns Anvertraute auch dort wahren, wo niemand uns sieht; dass wir uns davor hüten, die Rechte anderer zu verletzen; dass wir uns nicht von der Aufrichtigkeit abwenden und dass wir auf die Stimme unseres Gewissens hören.   Unser Prophet (s) hat in Medina eine gesellschaftliche Ordnung aufgebaut. In dieser Ordnung konnten Menschen aus verschiedenen Religionen und Völkern friedlich zusammenleben. Sie beruhte auf Gerechtigkeit und gegenseitiger Verantwortung. Diese Ordnung wurde in der „Charta von Medina“ festgehalten. Das Leben unseres Propheten ist das deutlichste Beispiel dafür, wie sich Recht mit einem guten Charakter verbinden lässt. Denn wo keine Gerechtigkeit ist, dort gibt es kein Vertrauen. Und wo keine Charakterstärke ist, dort gibt es keinen dauerhaften Frieden.   Geschätzte Muslime! Heute müssen wir mehr denn je die Werte eines schönen Charakters lebendig halten und das Recht achten. Das beginnt in unserer eigenen Familie. Es setzt sich fort in allen Bereichen der Gesellschaft. Im Straßenverkehr, im Berufsleben, im Handel und im Verhältnis zu unseren Nachbarn. Kurz: in jeder Beziehung, die wir mit der Gesellschaft, mit öffentlichen Einrichtungen und mit allem, was uns umgibt, eingehen. Das Recht zu achten gehört zu unserem Muslimsein. Wer die Rechte anderer wahrt, sein Wort hält, das Anvertraute schützt und aufrichtig handelt, der erlangt das Wohlgefallen Allahs. Und er baut zugleich das Vertrauen in der Gesellschaft auf. Unser Prophet (s) hat gesagt: „Ein Muslim ist derjenige, vor dessen Zunge und Hand die anderen Muslime sicher sind. Und ein Gläubiger ist derjenige, dem die Menschen bezüglich ihres Lebens und ihres Besitzes vertrauen.“[2]   Geschätzte Geschwister! Vergessen wir nicht: Starke Gesellschaften bestehen nicht allein durch Gesetze. Sie bestehen durch hohe Charakterwerte und durch Menschen, die diese Werte in sich tragen. Möge unser Herr uns zu Dienern machen, die nicht von der Gerechtigkeit abweichen. Zu Dienern, die das Recht achten und den guten Charakter zum Leitfaden ihres Lebens nehmen. Und möge Er unserer Gesellschaft Einheit, Frieden und Vertrauen schenken. Amin! [1] Sure Maida, 5:8 [2] Tirmizi, Iman, 12   Deutsch: PDF Türkçe: PDF Arapça: PDF English: PDF Français: PDF Nederlands: PDF Svenska: PDF Danish: PDF

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Mawlid-Nacht: das Erbe des Propheten achten

Verehrte Muslime! Am kommenden Montag werden wir inschallah die Mawlid-Nacht erleben. Dies ist die Nacht, in der unser geliebter Prophet Muhammad (s) die Welt beehrt hat. Er ist als Barmherzigkeit für alle Welten gesandt worden. Als Mawlid bezeichnen wir die Geburt unseres Propheten. Seine Geburt hat nicht nur seine Familie erfreut, sondern war der Beginn einer neuen Hoffnung für die ganze Menschheit. Die Menschheit trat aus der Dunkelheit ins Licht. Unser Prophet wurde in eine Zeit voller Unterdrückung gesandt. In eine Zeit, in der Stärke über Recht siegte, in der Frauen nicht respektiert wurden, in der Kinder lebendig begraben wurden und in der Stammesdenken und Rassismus die Gesellschaft zerrissen. Der Menschheit fehlte es nicht an materiellen Möglichkeiten. Ihr fehlte es an Charakter, an Gerechtigkeit und an Mitgefühl. Der Gesandte Allahs (s) führte die Menschen zu Allah. Er erinnerte sie an ihre Werte und brachte Gerechtigkeit, Verantwortung, Mitgefühl und Geschwisterlichkeit zurück. Im Koran heißt es: „In dem Gesandten Allahs habt ihr wirklich ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.“[1] Die Vorbildlichkeit unseres Propheten gilt also nicht nur seinen Gefährten. Sie ist eine Rechtleitung für die gesamte Menschheit.   Liebe Geschwister! Vierzehn Jahrhunderte sind seither vergangen. Die Technik hat sich entwickelt, unsere Städte sind gewachsen, der Zugang zu Wissen ist leichter geworden. Doch die grundlegenden Probleme der Menschheit haben sich nicht verändert. Auch heute dauern Kriege an, Millionen Menschen werden aus ihrer Heimat vertrieben, Hunger und Armut halten an. Die familiären Bindungen werden schwächer, Einsamkeit wächst, und aggressive Rhetorik ist leider Normalität. Genau deshalb braucht die Menschheit heute mehr denn je den lebensspendenden Atem der Offenbarung. Sie braucht die Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und den guten Charakter, für die unser Prophet (s) steht. Es wird kein neuer Prophet mehr kommen. Die größten Geschenke, die der Menschheit gemacht wurden, sind der Koran und die Sunna des Gesandten (s). Drücken wir also unsere Liebe zu unserem Propheten (s) nicht nur mit Worten aus, sondern mit unserem Leben. Eine tragfähige Beziehung zu unserem Propheten (s) hängt unmittelbar mit unserer Beziehung zum Koran zusammen. Der Koran, den er uns anvertraut hat, ist zugleich ein Spiegel seines Charakters und seiner Persönlichkeit. Als einst ein Gefährte die Mutter der Gläubigen (r) nach dem Charakter des Propheten (s) fragte, antwortete sie: „Liest du nicht den Koran? Der Charakter des Gesandten Allahs war der Koran.“[2] Wir Muslime, die als Minderheiten leben, tragen eine besondere Verantwortung. Denn die Menschen schauen nicht nur in Bücher, um unseren Propheten und unsere Religion kennenzulernen. Sie schauen auf den Charakter der Muslime. Aus diesem Grund ist es wichtig, ein vorbildliches Leben zu führen, die Sprache unserer Zeit zu sprechen, die Herausforderungen unserer Zeit zu verstehen und den Grundsätzen der prophetischen Barmherzigkeit treu verbunden zu bleiben. Die Mawlid-Nacht ist nicht nur eine Nacht der Freude. Sie ist eine Nacht, in der wir unsere Verbundenheit mit dem Gesandten Allahs erneuern. Eine Nacht, in der wir ihn neu entdecken. Und eine Nacht, in der wir unseren Willen erneuern, seine Botschaft der Barmherzigkeit an die ganze Menschheit weiterzutragen. Möge unser Schöpfer uns zu Dienern machen, die am Koran festhalten, den Gesandten Allahs zum Wegweiser nehmen, seinen guten Charakter in der Sprache unserer Zeit verkörpern und seine Botschaft der Barmherzigkeit den Menschen in bester Weise vermitteln. Möge unsere Mawlid-Nacht gesegnet sein. Amin! [1] Sure Ahzab, 33:21 [2] Abu Dawud, Tatawwu, 26 Deutsch: PDF Türkçe: PDF English: PDF Français: PDF Nederlands: PDF Svenska: PDF Danish: PDF

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Gleichgewicht von Wissen und Handeln

Verehrte Muslime! Allah misst dem Wissen große Bedeutung bei und ermutigt den Menschen zum Lernen. So war das erste Gebot der ersten Offenbarung „Lies!“. Dieses göttliche Gebot zeigt uns die zentrale Stellung des Wissens im Islam. An anderer Stelle im Koran heißt es: „Sind die, die wissen, denen gleich, die nicht wissen? Wahrlich, nur die Verständigen lassen sich ermahnen.“[1] Auch unser geliebter Prophet Muhammad (s) hat den Erwerb von Wissen als eine wichtige Pflicht für jeden Muslim betrachtet. In einer Überlieferung sagt er: „Wer einen Weg beschreitet, um Wissen zu erlangen, dem erleichtert Allah den Weg ins Paradies.“[2] So gibt er denen, die sich auf dem Weg des Wissens bemühen, die frohe Botschaft, dass sie an der Barmherzigkeit und dem Beistand Allahs teilhaben werden. Denn Wissen führt den Menschen dazu, seinen Schöpfer zu erkennen, den Sinn seiner Erschaffung zu verstehen und sein Leben in schöne Bahnen zu lenken. Das Wissen, das der Islam preist, ist nicht nur eine Kenntnis, die im Kopf verbleibt. Das wahre Wissen ist jenes, das den Menschen zu gutem Charakter, zu rechtschaffenem Handeln und zur Dienerschaft führt. Deshalb sind in unserer Religion Wissen und Handeln zwei Werte, die einander ergänzen. Das Wissen lehrt uns, was richtig ist. Das Handeln setzt das Gelernte im Leben um. Mit anderen Worten: Das Wissen ist ein Licht, das unseren Weg erhellt. Das Handeln ist der Gang auf diesem erhellten Weg.   Liebe Geschwister! Im Koran werden Glaube und rechtschaffenes Handeln gemeinsam genannt. Das zeigt uns, wie wichtig es ist, dass Wissen umgesetzt wird. Unser Prophet (s) hat folgendes Dua gesprochen: „O Allah, ich suche Zuflucht bei dir vor Wissen, das keinen Nutzen bringt, vor einem Herzen, das keine Ehrfurcht empfindet, vor einem Nafs, das niemals satt wird, und vor einem Dua, das nicht erhört wird.“[3] Auch einer der großen Gefährten, Muaz ibn Dschabal (r) hat uns einen wichtigen Hinweis gegeben: „Wie viel Wissen ihr auch besitzen mögt, Allah wird euch für euer Wissen nicht belohnen, solange ihr es nicht umsetzt.“ Die edlen Gefährten bemühten sich, jeden Vers, den sie hörten, in ihrem Leben umzusetzen. Sie hielten sich niemals davon zurück, ihr Wissen auszuleben.   Verehrte Muslime! Heute ist der Zugang zu Wissen dank der technischen Möglichkeiten so leicht wie nie zuvor. Wichtig ist jedoch, in welchem Maß sich das Wissen in unserem Leben widerspiegelt. Es reicht nicht, den hohen Rang des Gebets zu kennen. Wir müssen es auch mit Andacht verrichten. Es reicht nicht, die Bedeutung der Aufrichtigkeit zu lernen. Wir müssen auch in jeder Lage aufrichtig sprechen. Es reicht nicht, den Lohn der gegenseitigen Hilfe zu kennen. Wir müssen den Bedürftigen auch tatsächlich die Hand reichen. Denn Wissen bleibt unvollständig, wenn es nicht umgesetzt wird. Und Handeln kann auf keinem festen Fundament stehen, wenn es nicht vom Wissen getragen wird. Bemühen wir uns, weiterhin Wissen zu erwerben. Und tragen wir das Gelernte auch in unser Leben. Schmücken wir unser Wissen mit unserem Charakter und unsere Ibadas mit Aufrichtigkeit. Möge unser Schöpfer uns zu Dienern machen, die nützliches Wissen erwerben, ihr Wissen umsetzen und die für ihre Umgebung ein Vorbild im Guten sind. Amin! [1] Sure Zumar, 39:9 [2] Muslim, Zikir, 39 [3] Muslim, Zikir, 73   Deutsch: PDF Türkisch: PDF Arabisch: PDF Englisch: PDF Französisch: PDF Niederlande: PDF Schwedisch: PDF

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Islamische Kultur

Verehrte Muslime! Der Mensch ist das edelste aller Geschöpfe und von seiner Natur her ein soziales Wesen. Gerade im gemeinschaftlichen Leben begegnet er seinen größten Prüfungen. Im Koran heißt es: „Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann entsandte Allah Propheten als Freudenboten und Mahner und sandte mit ihnen die Schrift mit der Wahrheit hinab, damit sie unter den Menschen über das entscheide, worüber sie uneins waren.“[1] Der Islam besteht nicht nur aus individuellen Ibadas, sondern möchte eine Kultur hervorbringen, die Seelenfrieden und das Glück der Menschheit fördert. Unsere islamische Kultur basiert auf universellen Werten wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Wissen, Weisheit und gutem Charakter. Unsere Kultur betrachtet den Menschen ganzheitlich. Sowohl das körperliche Glück als auch das seelische werden berücksichtigt. Gerechtigkeit ist das Fundament unserer Kultur. Im Koran heißt es: „Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft. Dann entsandte Allah Propheten als Freudenboten und Mahner und sandte mit ihnen die Schrift mit der Wahrheit hinab, damit sie unter den Menschen über das entscheide, worüber sie uneins waren.“[2] Frieden und Vertrauen entstehen dort, wo Gerechtigkeit gelebt wird.  Deshalb soll der Muslim soll sich nicht davor scheuen, die Wahrheit auszusprechen – selbst dann nicht, wenn sie gegen ihn selbst ausfällt.   Liebe Geschwister! Mitgefühl ist eine der tragenden Säulen islamischer Kultur. Unser Prophet (s) hat gesagt: „Wer selbst kein Mitgefühl hat, der wird auch kein Mitgefühl erfahren.“[3] Mitgefühl bedeutet, sich um Waisen zu kümmern. Es bedeutet, für Bedürftige einzustehen. Es bedeutet, den Älteren mit Achtung, Jüngeren mit Liebe und allen Geschöpfen mit Zuneigung zu begegnen. Solange wir unsere Herzen nicht mit Mitgefühl füllen, kann es keine islamische Kultur geben. Der Islam ist zugleich eine Kultur des Wissens. Die erste Offenbarung begann mit dem Gebot „Lies!“ Das zeigt uns deutlich den Rang, den das Wissen in unserer Religion einnimmt. Im Laufe der Geschichte haben Muslime große Anstrengungen auf dem Weg des Wissens und der Weisheit unternommen. Sie haben Werke hinterlassen, die der Menschheit den Weg erhellt haben. Unsere Aufgabe heute besteht darin, uns dem Wissen zu widmen. Wir sollen lernen und das Gelernte im Leben zur Anwendung bringen.   Verehrte Muslime! Der gute Charakter ist der Kern islamischer Kultur. Werte wie Aufrichtigkeit, Geduld, Nachsicht und Bescheidenheit lassen den Einzelnen reifen und stärken die Gesellschaft. Unser Prophet (s) hat gesagt: „Ich wurde gesandt, um den guten Charakter vollkommen zu machen.“ Vergessen wir nicht: Die islamische Kultur wird nur dann sichtbar, wenn wir diese Werte leben, weitergeben und am Leben erhalten. Kommt und lasst uns zu wahren Muslimen werden, die gerecht urteilen und mit Mitgefühl handeln; zu Muslimen, die sich dem Wissen zuwenden und mit gutem Charakter leben – Muslime, in deren Charakter die islamische Kultur lebendig wird. Möge Allah uns auf diesem Weg beständig sein lassen. Amin! [1] Sure Bakara, 2:213 [2] Sure Nahl, 16:90 [3] Buhari, Adab 18; Muslim, Fadail, 65   Deutsch: PDF Türkçe: PDF English: PDF Français: PDF Nederlands: PDF Svenska: PDF Danish: PDF

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Die Kaaba: Orientierung für Körper und Geist

Verehrte Muslime! Stellt euch vor, wie sich täglich Millionen Menschen auf der Erde in dieselbe Richtung wenden. Ihre Sprachen sind verschieden, ihre Hautfarben sind verschieden, ihre Länder sind verschieden. Doch wenn die Zeit des Gebets kommt, wenden sie sich in dieselbe Richtung. Das ist eine große Gabe, die der Umma geschenkt wurde. Die Kaaba ist nicht nur ein Bauwerk aus Steinen. Sie ist die Kibla. Und die Kibla ist ein göttlicher Mittelpunkt, der uns Gläubigen Orientierung schenkt, ihre Herzen zusammenführt und das Bewusstsein der Umma lebendig hält.   Im Koran sagt Allah: „Wir sahen dich dein Antlitz ohne bestimmte Richtung zum Himmel kehren, jetzt wollen wir dich auf eine Kibla ausrichten, die dir gefallen soll: Wende dein Gesicht in Richtung auf die unverletzliche Moschee.“[1] Mit diesem Vers wurde die Kaaba zur Kibla aller Muslime. So bezeugen und verkünden die Gläubigen Tag für Tag, dass sie demselben Schöpfer dienen, an denselben Propheten glauben und zu derselben Umma gehören.   Der Gesandte Allahs (s) und seine Gefährten hatten lange Zeit ihr Gebet in Richtung al-Kuds verrichtet. Als unser Prophet (s) in der Moschee der Banu Salima gerade ein Gebet leitete, wurde der Vers über die Kibla offenbart. Mitten im Gebet wandten unser Prophet und die Gemeinde hinter ihm sich zur Kaaba und setzten ihr Gebet fort.   Liebe Geschwister! Unser Prophet (s) hat gesagt: „Wenn sich jemand von euch der Kibla zuwendet, dann hat er sich Allah zugewandt.“[2] Die Kibla ist also nicht nur die Richtung unseres Körpers, sie ist auch die Richtung unseres Herzens. Wenn im Gebet unser Gesicht zur Kaaba gewandt ist, unser Herz aber in den Sorgen des Alltags umherwandert, können wir den eigentlichen Sinn der Kibla nicht erfassen. Worauf es ankommt, ist, dass sich mit dem Körper zugleich auch das Herz Allah zuwendet.   In einer anderen Überlieferung sagt unser Prophet (s): „Wer unser Gebet verrichtet, sich unserer Kibla zuwendet und von dem isst, was wir schlachten, der ist ein Muslim unter dem Schutz Allahs und seines Gesandten.“[3] Diese Überlieferung zeigt uns, dass die Kibla ein Symbol der Einheit der Umma ist. Auch wenn wir in unterschiedlichen Teilen der Welt leben, erinnert uns die Tatsache, dass wir uns derselben Kibla zuwenden, daran, dass wir Teil derselben Umma sind.   Verehrte Muslime! Heute gibt es viele Gründe, die uns voneinander entfernen können. Nationalitäten, geografische Grenzen, politische Ansichten, gesellschaftliche Unterschiede und weltliche Interessen sind nur einige davon. Doch die Kibla lehrt uns Tag für Tag eine Wahrheit: Wie viele Unterschiede es zwischen uns auch geben mag, unsere Richtung ist eine einzige. Herzen, die sich derselben Kaaba zuwenden, können einander nicht in Feindschaft begegnen. Möge unser Schöpfer uns zu Dienern machen, deren Kibla und deren Weg gleichermaßen aufrichtig sind. Möge er unsere Herzen so zu sich hinwenden, wie sie sich zur Kaaba wenden. Möge er uns zu Dienern machen, die das Bewusstsein der Umma bewahren und der Einheit und der Geschwisterlichkeit dienen. O Allah! Festige unsere Herzen auf dem Weg der Rechtleitung. Mache uns zu Dienern, die ihre Kibla nicht verlieren und ihren Weg nicht aus den Augen lassen. Schenke der Umma Muhammads Einheit, Wohlergehen und Geschwisterlichkeit. Amin! [1] Sure Bakara, 2:144 [2] Musnad, III, 24; Abu Dawud, Salah, 22 [3] Buhari, Salah, 28   Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch Hutba – Arabisch

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