Islamische Gemeinschaft: Veto zum EU-Lieferkettengesetz wäre herbe Enttäuschung

„Das angekündigte Veto der Bundesregierung zum geplanten EU-Lieferkettengesetz ist maximal unglücklich, bitter und enttäuschend“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist die EU-Abstimmung zum EU-Lieferkettengesetz am Freitag, 9. Februar 2024. Ali Mete weiter: „Deutschland hat das EU-Lieferkettengesetz mitverhandelt, maßgeblich mit dazu beigetragen, die Anforderungen an Unternehmen herunterzuschrauben. Das Gesetz mit einer Enthaltung faktisch zu blockieren, ist maximal unglücklich, bitter und enttäuschend. Uns fehlen die Worte. Das Gesetz soll dafür sorgen, dass europäische Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechts- und Umweltstandards in ihren Lieferketten sicherstellen. Dieses Anliegen ist angesichts massenhafter Ausbeutung von Arbeitskräften und dem Klimawandel mit seinen verheerenden Folgen für Mensch und Natur in vielen Regionen der Erde dringend. Armut und Hunger breiten sich immer weiter aus, schlagen immer mehr Menschen in die Flucht, zwingen Kinder zu arbeiten. Dass jetzt ausgerechnet eines der größten Volkswirtschaften der Welt, der Exportweltmeister höchstpersönlich, den Schutz von Menschenrechten dem Profit von Unternehmen opfert, gibt ein denkbar schlechtes Bild ab. Deutschland müsste aufgrund seiner überragenden internationalen wirtschaftlichen Stellung in der Welt als gutes Beispiel vorangehen. Ein Veto wäre das glatte Gegenteil davon. Aber nicht nur aufgrund des internationalen Ansehens, sondern auch aus Verantwortung gegenüber den eigenen Bürgerinnen und Bürgern wäre ein Veto wichtig. Die Menschen haben einen Anspruch darauf, mit gutem Gewissen im Supermarkt oder im Kaufhaus einzukaufen. Mit einem Veto würde immer ein schrecklicher Hintergedanke mitschwingen beim Konsum. Langfristig führt das zur Gewöhnung und zur Verrohung. Die Islamische Gemeinschaft appelliert eindringlich an die Bundesregierung, das geplante Veto zu überdenken. Größe und Stärke eines Landes zeichnet sich dadurch aus, dass man Verantwortung gerade dann übernimmt, wenn es um den Schutz der Schwachen geht.“

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Takwâ: Gipfel der Ergebenheit

Verehrte Muslime! Allah erschuf die Geschöpfe aus dem Nichts und erklärt uns den Grund unseres Lebens in folgendem Koranvers: „Und die Dschinn und die Menschen habe ich nur dazu erschaffen, dass sie Mir dienen.“[1] Wir Menschen befinden uns auf der Erde, um unseren Schöpfer kennenzulernen und nur ihm ergeben zu sein. Ein Zeichen dieser Ergebenheit ist Takwâ. Takwâ bedeutet „Allah fürchten“ bzw. „Gottesfurcht“. Wenn wir von Furcht sprechen, meinen wir nicht die Angst vor etwas Schrecklichem. Mit Takwâ ist die Furcht gemeint, jemanden zu kränken, den man liebt, also Allah. Mit Takwâ ist das besondere Bewusstsein gemeint, Allah gegenüber respektvoll zu sein. Demnach sagen die Gelehrten: Takwâ ist das „Verantwortungsbewusstsein gegenüber Allah“. Unserer Verantwortung kommen wir nach, wenn wir Allahs Wohlwollen erlangen. Takwâ zu haben, ist das Ziel jedes Muslims. Unsere Prüfung auf der Welt ist es also, ob wir Takwâ entwickeln oder nicht. Allah sagt im Koran: „O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah wie es sich gebührt, und sterbt nicht anders denn als Muslime.“[2] Liebe Geschwister! Takwâ bedeutet Allah ergeben zu sein, Dinge zu unterlassen, die ihm missfallen, und den Nafs vor Dingen zu schützen, die Allah nicht mag. Takwâ ist der Maßstab, der unsere Stellung bei Allah ausmacht. Denn nicht Dinge wie Beruf, Ansehen, Reichtum, Ruhm, Abstammung oder Geschlecht sind ausschlaggebend, sondern Gottesfurcht. Das sagt uns Allah in folgendem Koranvers: „Doch der vor Allah am meisten Geehrte von euch ist der Gottesfürchtigste unter euch.“[3] Wer mit dem Îmân geehrt wurde und Takwâ besitzt, der hat Ehre bei Allah. So jemand tut gute Dinge und hat ein reines Herz. Allah ist der Freund und Helfer der Gottesfürchtigen. Er hat für sie unzählige Geschenke und Schönheiten im Paradies vorbereitet. Verehrte Muslime! Im Koran heißt es: „O ihr Kinder Adams! Wir gaben euch Kleidung, damit ihr eure Blöße bedeckt und prachtvolle Gewänder. Aber Gottesfurcht ist die bessere Kleidung. Dies ist eines der Zeichen Allahs. Vielleicht denken sie nach und ziehen Lehren daraus.“[4] Sich mit Takwâ zu kleiden, ist das Schönste. Dies drückt sich dadurch aus, dass wir Verantwortung übernehmen gegenüber Allah, der Menschheit und der Schöpfung. Wir Muslime dürfen nicht ignorieren, was in unserer Umgebung geschieht. Wir dürfen die Augen nicht vor dem Unrecht verschließen. Ein Muslim ist jemand, der im Rahmen von Recht und Ordnung, für Frieden und Gerechtigkeit einsteht. Er nimmt sich der Sorgen der Armen und Bedürftigen an. Er versucht, ihre materiellen und geistigen Bedürfnisse zu stillen. Er trägt zur gerechten Verteilung und sozialen Gerechtigkeit bei. Indes stören übermäßige Produktion und grenzenloser Konsum das Gleichgewicht der Erde. Die Welt wurde dem Menschen anvertraut, deshalb muss er sich anstrengen, zum Gleichgewicht beizutragen. Liebe Geschwister! Unser geliebter Prophet (s) ist das beste Vorbild für die Menschheit. Er sprach folgenden Duâ: „O Allah, gib meiner Nafs Takwâ und reinige sie. Denn du bist der, der sie am besten reinigt. Du bist ihr Freund und Beschützer.“[5] Lasst uns besonders in dieser Zeit, in der wir uns dem Monat Ramadan annähern, die Absicht fassen, Takwâ zu erlangen. Takwâ ist der Gipfel der Gottergebenheit. Lasst uns im Bewusstsein unserer Verantwortung handeln, gegenüber Allah, den Menschen und der gesamten Schöpfung. Beenden wir unsere Hutba mit einem Duâ unseres Propheten (s): „O Allah, ich bitte dich um Rechtleitung, Takwâ, Reinheit und Herzensreichtum.“[6] Âmîn. [1] Sure Zâriyât, 51:56 [2] Sure Âl-i İmrân, 3:102 [3] Sure Hudschurât, 49, 13 [4] Sure Âraf, 7:26 [5] Muslim, Zikr, 73 [6] Muslim, Zikr, 73 Hutba – Deutsch Hutba-Arabisch Hutba-Niederländisch Hutba-Nowegisch Hutba-Dänisch Hutbe-Schwedisch

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Die Himmelsreise: Mirâdsch-Nacht

Verehrte Muslime! In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch feiern wir inschallah die Himmelsreise unseres Propheten (s), also die Mirâdsch-Nacht. Diese Nacht ist von großer Bedeutung. In der Zeit kurz vor der Auswanderung aus Mekka nahmen die Verfolgung und Schikanen der Mekkaner gegenüber unserem Propheten (s) und den Gläubigen zu. Die Nachtreise und der Mirâdsch schenkte Allah unserem Propheten als eine Erleichterung. Im Koran erwähnt Allah dieses feierliche Ereignis wie folgt: „Gepriesen sei der, der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung wir gesegnet haben, um ihm einige unserer Zeichen zu zeigen. Wahrlich, er ist der Hörende, der Schauende.”[1] Liebe Geschwister! Die Leugner aus Mekka schreckten nicht vor Folter und Verfolgung zurück, um die Muslime von ihrem Glauben abzubringen. Sie brachten unseren Propheten und die Gläubigen öffentlich in Verruf und boykottierten sie, um sie wirtschaftlich zu schwächen. Nachdem diese Prüfungen überstanden waren, verstarben Abû Tâlib, der Onkel unseres Propheten, und seine geliebte Frau Hadîdscha (r). Die Leugner aus Mekka nutzten diese Trauerzeit schamlos aus, um ihren Druck auf den Propheten zu erhöhen. Sie dachten, dass er schutzlos sei. In dieser schwierigen Zeit suchte der Gesandte Allahs nach einem Ausweg und ging in die Stadt Tâif. Aber auch dort wurde er zurückgewiesen. Er wurde beleidigt, mit Steinen beworfen und erlitt Wunden, aus denen Blut strömte. In eben dieser Zeit der Not schenkte Allah unserem Propheten die Nachtreise und das Wunder des Mirâdsch. Geehrte Gemeinde! Allahs Gesandter (s) kam mit drei Geschenken für seine Umma vom Mirâdsch zurück. Der Gefährte Abdullâh ibn Umar (r) sagte: „Während des Mirâdsch wurden dem Gesandten Allahs drei Dinge gegeben: 1. das fünfmalige Gebet, 2. der letzte Abschnitt der Sure Bakara (Âmanarrasûlu), und 3. die frohe Botschaft, dass allen aus seiner Umma vergeben wird, wenn sie Allah nichts beigesellen.”[2] Unser Prophet sagte über das Gebet, dass es „das Licht seiner Augen“ ist. Es nimmt im Alltag von uns Muslimen eine besondere Stellung ein. Es ist die Chance an Allah zu denken, sich an ihn zu erinnern und ihn nicht zu vergessen. Das Gebet gibt uns die Chance, unsere Bindung zu Allah zu stärken. Das Gebet ist der geistige Aufstieg des Gläubigen. Das Gebet regelmäßig und wahrhaftig zu verrichten, macht uns aufrichtiger, barmherziger und gerechter. Mit Allahs Worten: „Das Gebet hält gewiss ab von Schamlosigkeiten und Schlechtem.“[3] Liebe Geschwister! Die Nachtreise und der Mirâdsch unseres Propheten ereigneten sich in der Al-Aksâ-Moschee, die sich in Jerusalem in Palästina befindet. In der Region wird derzeit viel Blut vergossen; es herrscht großes Leid. Allen Menschen, die an Allah, seinen Gesandten und den Jüngsten Tag glauben, kann das nicht gleichgültig sein. Unser geliebter Prophet (s) sagte: „Die Gläubigen gleichen in ihrer Zuneigung, Barmherzigkeit und ihrem Mitleid zueinander einem Körper: Wenn ein Körperteil leidet, reagiert der ganze Körper darauf mit Schlaflosigkeit und Fieber.“[4] Möge Allah die Mirâdsch-Nacht zum Anlass dafür machen, dass das Leid unserer Geschwister in Palästina ein Ende findet. Lasst uns für Frieden beten. Möge Allah allen Unterdrückten auf der Welt gnädig und barmherzig sein. Âmîn! [1] Sure Isrâ, 17:1 [2] Muslim, Îmân, 173 [3] Sure Ankabût, 29:45 [4] Buhârî, Adab, 27 Hutba – Deutsch Hutba-Arabisch Hutba-Niederländisch Hutba-Nowegisch Hutbe-Schwedisch

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Tawba – die Reinigung der Seele

Verehrte Muslime! Im vorgetragenen Koranvers sagt Allah: „Sie denken an Allah und bitten für ihre Sünden um Verzeihung, wenn sie etwas Schändliches getan oder gegen sich gesündigt haben. Und wer vergibt die Sünden, wenn nicht Allah? Und sie beharren nicht auf das (Schlechte), was sie wissentlich taten.” Von Abû Bakr (r) wird überliefert, dass unser Prophet Folgendes sprach: „Wenn jemand sündigt und in der Folge auf schöne Weise die Gebetswaschung macht und dann zwei Rakas betet und Allah um Verzeihung bittet, so wird Allah dieser Person ganz gewiss verzeihen.” Im Koran werden verschiedene Begriffe für „Mensch“ benutzt. Wenn der Fokus auf dem Körper liegt, heißt es „Baschar“. Wenn der Fokus auf der menschlichen Seele ist, wird der Begriff „Insân“ benutzt. Die Geschichte des ersten Menschen und Propheten, Adam (a), lehrt uns die Handlung, die uns Allah nahe bringt. Nachdem er sich dem verbotenen Baum näherte, fühlte er Reue und sprach zu Allah: „Unser Herr, wir haben gegen uns selber gesündigt, und wenn du uns nicht verzeihst und dich unserer erbarmst, dann sind wir wahrlich verloren.“ Liebe Geschwister! Was Adam zu Adam (a) machte, war seine Weisheit. Er sah seinen Fehler ein und bat Allah um Verzeihung. Wir lernen daraus, dass die Geschichte der Menschheit mit Reue begann. Aus dem Koran erfahren wir, dass der Schaytân sich wegen seines eigenen Hochmuts gegen Allah auflehnte. Er sagte zu Allah: „Du hast mich in die Irre geführt.“ Der Fehler des Menschen liegt darin, dass er seinem Nafs und seiner Lust folgt. Der Fehler des Schaytâns war Arroganz und Gier. Adam (a) verhielt sich menschlich, indem er vom Fehler zum Gehorsam zurückkehrte. Der Schaytân verhielt sich teuflisch, indem er nicht von seinem Fehler umkehrte und sich weiterhin gegen Allah auflehnte. Alle Menschen stehen vor der Wahl, ob sie geehrt werden wollen wie Adam (a) oder erniedrigt werden wollen wie der Schaytân. Entweder machen wir Menschen Tawba und erlangen eine Stufe, die sogar Engel beneiden oder wir beharren auf der Sünde und erniedrigen uns damit selbst. Dann wird sogar der Schaytân sich wundern, wie wir Menschen in so einen Zustand fallen konnten. Verehrte Muslime! Verschiedene Lebensphasen bringen verschiedene Fehler mit sich. Das ist so, weil unser Leben eine Prüfung darstellt. Tawba bedeutet, dass wir uns an unser Versprechen erinnern, das wir Allah gegeben haben. Nach einer Sünde kommt das Gefühl der Reue in uns auf. Dieses Gefühl ist ein Anzeichen für unseren Îmân. Wir fühlen eine Unruhe im Herzen. Diese Unruhe ist eine Chance. Wir haben die Verantwortung, diese Chance zu nutzen, um das Licht des Îmân in unserem Herzen aufrechtzuerhalten. Wir müssen aufrichtig sein und uns auf angemessene Weise Allah zuwenden. Wir erzählen ihm von unserer Reue und Trauer. Jemand, der Tawba macht, ist auf der Stufe eines neugeborenen Menschen. So sagt es unser Prophet (s). Auch wenn wir im Jenseits erst den vollen Lohn für die Tawba sehen werden, so ist ein beruhigtes Herz ein Lohn, den wir bereits in dieser Welt bekommen. Allah freut sich über jemanden, der zu ihm zurückkehrt, ähnlich wie ein Durstiger, der Wasser findet. Erinnern wir uns daran, dass die Tawba ein Geschenk Allahs ist. Im Koran bringt uns Allah bei, wie wir angemessen Tawba machen können. Verehrte Geschwister! Wir befinden uns im Monat Radschab. Dieser Monat bietet uns Möglichkeiten, die wir uns nicht entgehen lassen sollten. Lasst uns die Situationen, in denen wir alleine sind, als Chance begreifen und ehrlich und aufrichtig um die Vergebung unserer Sünden bitten. Unser Prophet machte 100 Mal am Tag Istiğfâr. Nehmen wir uns diese Sunna zum Vorbild. Erinnern wir uns daran, dass wir durch Allahs Barmherzigkeit leben und im Jenseits Allahs Gnade benötigen. Möge Allah uns ermöglichen, aufrichtig Tawba zu machen möge er unsere Tawba annehmen. Âmîn. 1 Sure Âl-i Imrân, 3:135 2 Abû Dâwûd, Witr, 26 3 Sure Sâd, 38:71 4 Sure Hidschr, 15:29 5 Sure Arâf, 7:23 Hutba-Deutsch Hutba-Arabisch Hutba-Türkisch Hutba-Englisch Hutba-Niederländisch Hutba-Nowegisch Hutba-Dänisch Hutba-Schwedisch Hutba-Französisch  

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Infak – das Tor zum Guten

Verehrte Muslime! In der Sure Bakara beschreibt Allah diejenigen, die Takwâ besitzen, wie folgt: „Sie glauben an das Verborgene, verrichten das Gebet und spenden von dem, was wir ihnen gaben.“ „Infak“, d. h. das Spenden, bedeutet, zu teilen, was Allah uns gegeben hat. Es bedeutet, sich um Bedürftige zu kümmern und ihnen unsere helfende Hand zu reichen. Infak ist es auch, unseren Familien, Verwandten, Nachbarn, Glaubensgeschwistern und der gesamten Menschheit nützlich zu sein.  Liebe Geschwister! Im edlen Koran heißt es: „Und spendet von dem, was wir euch gaben, bevor zu einem von euch der Tod kommt und er ruft: »O mein Erhalter! Wenn du mir nur für eine kleine Weile Aufschub gewähren würdest, so würde ich Spenden geben und so zu einem der Rechtschaffenen werden!«“ All unser Besitz kommt von Allah. Nichts davon gehört in Wirklichkeit uns. Allah ist der eigentliche Besitzer aller Güter. Unsere Aufgabe ist es, mit jenen zu teilen, die mit Armut und Bedürftigkeit geprüft werden.  Das Spenden mindert unseren Besitz nicht. Unser Prophet (s) sagte: „Sadaka hat noch keinen Besitz vermindert. Allah erhöht das Ansehen seines Dieners, wenn dieser vergibt und er erhöht jeden, der um Allahs willen bescheiden ist.“ Verehrte Muslime! Ein Muslim, der sich seiner Verantwortung gegenüber der Menschheit bewusst ist, handelt nicht egoistisch. Er kann Bedürftige und Notleidende nicht einfach ignorieren, sondern ist bemüht, von den Möglichkeiten, die Allah ihm gab, auf Allahs Weg zu spenden. Dies tut er, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, nicht für Anerkennung in der Gesellschaft. So jemand hält sich vor Riyâ, also Heuchelei, fern. Solche Menschen, die am Jüngsten Tag den besonderen Schutz Allahs genießen werden, beschreibt unser Prophet (s) als jene, „die insgeheim spenden und deren linke Hand nicht weiß, was ihre rechte spendet.“ Liebe Geschwister! „Spendet auf Allahs Weg“, steht im Koran. Lasst uns also spenden. Denn jede Spende für Allah bringt Segen mit sich.  Unser Prophet (s) sagte: „Jeden Morgen steigen vom Himmel zwei Engel herab. Einer spricht ein Bittgebet: ‚O Allah! Entlohne die, die Unterhalt spenden.’ Der andere spricht eine Verwünschung aus: ‚O Allah! Lasse die Geizigen Verlust erleiden (mindere ihr Vermögen).’“ Verehrte Muslime! Durch unsere Infak-Kampagnen ist es uns mit Allahs Hilfe gelungen, Kindergärten, Privatschulen, Bildungszentren und Studentenheime sowie weitere Einrichtungen zu fördern. Wir laden alle dazu ein, sich an der diesjährigen Infak-Kampagne zu beteiligen. Lasst uns einen Beitrag leisten zur Errichtung und Förderung von Bildungs- und Sozialeinrichtungen und lasst uns dadurch Allahs Wohlgefallen suchen. Möge Allah unsere Spenden annehmen. Âmîn! 1 Sure Bakara, 2:3  2 Sure Munâfikûn, 63:10 3 Muslim, Birr, 69 4 Muslim, Zakat, 30 5 Sure Bakara, 2:195 6 Buhârî, Zakat, 27 Hutba-Deutsch Hutba-Arabisch Hutba-Türkisch Hutba-Englisch Hutba-Niederländisch Hutba-Nowegisch Hutba-Dänisch Hutba-Schwedisch Hutba-Französisch

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Islamische Gemeinschaft: Wer Hilfsgelder kürzt, kann Flüchtlingszahlen nicht senken

„Es ist politisch kurzsichtig, Hilfsgelder zu kürzen und gleichzeitig Flüchtlingszahlen senken zu wollen“, erklären Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), und Bekir Altaş, Vorsitzender des Hilfs- und Solidaritätsvereins Hasene International. Anlass sind die geplanten Kürzungen der Bundesregierung bei der Entwicklungshilfe. „Weltweit nimmt die Zahl der Menschen, die akut an Hunger leiden, kontinuierlich zu. Es gelingt der Weltgemeinschaft nicht, Ressourcen fair zu verteilen, dafür zu sorgen, dass Menschen rund um den Globus ein menschenwürdiges Leben führen können. Die Situation ist bereits kritisch. Immer mehr Menschen verlassen aufgrund zunehmender Konflikte und Naturkatastrophen ihre Heimat, nehmen lebensgefährliche Reisen auf sich auf der Such nach einem Leben in Frieden und Würde. Die geplanten Kürzungen der Bundesregierung bei der Entwicklungszusammenarbeit sind nicht nur ein verheerendes Signal an die von Armut Betroffen. Deutschland ist als große Wirtschaftsnation damit auch ein denkbar schlechtes Vorbild für andere Länder. Statt auf das zunehmende Leid auf der Welt mit einer Aufstockung von Hilfsgeldern zu reagieren, werden sie gekürzt“, erklärt IGMG-Generalsekretär Ali Mete. Deutschland hat das international vereinbarte Ziel, mindestens 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Entwicklungszusammenarbeit auszugeben. Mit dieser Kürzung wird diese Vereinbarung gebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sollen rund 1,5 Milliarden Euro weniger an Hilfsgeldern zur Verfügung stehen. Hasene Vorsitzender Bekir Altaş ergänzt: „Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit ist politisch kurzsichtig. Bietet man Menschen keine Perspektive, nimmt man ihnen die Hoffnung auf ein besseres Leben. Wer keine Hoffnung hat, macht sich auf den Weg und sucht sein Glück woanders. Hasene International ist weltweit tätig und macht sich vor Ort ein Bild von der Situation, spricht mit Betroffenen und weiß aus Erfahrung: Flucht ist für die meisten Menschen oft die letzte Option. Wenn es für sie aber keinen anderen Ausweg gibt, nehmen sie auch lebensgefährliche Fluchtrouten auf sich. Es ist keine durchdachte Politik, einerseits Hilfsgelder zu kürzen, andererseits Flüchtlingszahlen senken zu wollen.“

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Islamische Gemeinschaft: Nicht nur namentlich, sondern inhaltlich von der AfD distanzieren!

„Es reicht nicht, dass demokratische Parteien sich namentlich von der AfD distanzieren, sie müssen dies inhaltlich tun, insbesondere wenn es um Menschenrechte geht. Damit steht und fällt die freiheitlich demokratische Grundordnung“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind jüngste Enthüllungen über geheime Treffen von AfD-Politikern mit Identitären sowie Vertretern aus der Wirtschaft, in dem über Remigrations- und Assimilationspläne beraten wurden. Ali Mete weiter: „Mit den jüngsten Enthüllungen dürften jegliche Restzweifel an der Gesinnung der AfD ausgeräumt sein. Alle demokratischen Parteien sind jetzt aufgerufen, ihre Politik kritisch zu hinterfragen und neu zu justieren. Das gilt insbesondere für die Flüchtlingspolitik. Zuvorderst muss die politische Überforderungsrhetorik bei der Aufnahme und Versorgung von Geflüchteten ein Ende finden. Dieses Thema spielt der AfD bei Wahlen unmittelbar in die Hände und darf nicht instrumentalisiert werden für finanzpolitische Oppositionsspielchen. Ebenso müssen Bundes- und Landesregierungen für eine ausgewogene Verteilung von Schutzsuchenden sorgen, die Kapazitäten ausbauen, in die lokale Infrastruktur investieren sowie die Zivilgesellschaft stärken. Ein Ende müssen auch Forderungen nach Aufweichung universeller Menschenrechte finden. Debatten über Obergrenzen oder Verlagerungen von Asylverfahren außerhalb Europas sind Wasser auf die Mühlen der AfD. Das Asylrecht ist eine Errungenschaft, dem unermessliches Leid vorangegangen ist und das zu Recht Teil des Grundgesetzes ist. Wer an diesem Recht rüttelt, sägt an den Grundsäulen der Demokratie und des Rechtsstaates. Kurz: Demokratische Parteien müssen sich nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich von der AfD distanzieren. Jedes Fischen am rechten Rand, jede Relativierung von Menschenrechten, jede Äußerung, die Angst und Vorurteile gegenüber religiösen oder ethnischen Minderheiten schürt, ist Wahlhilfe für die AfD. Angesichts der aktuellen Umfragen blickt die Islamische Gemeinschaft mit großer Sorge in die Zukunft. In manchen Bundesländern könnte die offen islamfeindliche AfD größte politische Kraft werden. Die Lage ist ernst, das muslimische Leben in Deutschland war noch nie so stark bedroht. Wer der AfD weiter politisch in die Hände spielt, macht sich mitschuldig.“

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Die gesegneten drei Monate

Verehrte Muslime! Gestern war die Regaib-Nacht. Somit haben nun auch die gesegneten drei Monate begonnen, eine Zeit voller Barmherzigkeit und Vergebung, Alhamdulillah. Jeder, der Allah und seinen Gesandten liebt, freut sich auf das Kommen dieser besonderen Zeit. Zu Beginn des Monats Radschab sprach unser Prophet folgenden Duâ: „O Allah! Segne für uns den Radschab und den Schabân und führe uns in den Ramadan.“ Auch wir sollten es sprechen und uns bemühen, unsere Ergebenheit und Spiritualität zu stärken. Liebe Geschwister! Oft ist es so, dass unsere Seelen und Herzen von der Last der Welt ermüden. Die gesegneten drei Monate sind eine besondere Zeit, in der wir Ruhe finden, Zuflucht finden bei Allah, seiner Barmherzigkeit, und Vergebung. Jede Tat in dieser Zeit – ob Duâ, Tawba oder Sakada – wird um ein Vielfaches belohnt. Im Koran heißt es: „Und wetteifert um die Verzeihung eueres Erhalters und einen Garten, der weit ist wie die Himmel und die Erde, bereitet für die Gottesfürchtigen.“[1]  Ein Sprichwort besagt: „Das Paradies hat seinen Preis und die Hölle ihre Berechtigung.“ Ganz in diesem Sinne sollten wir uns stets bemühen, Allahs Wohlgefallen zu erlangen. Verehrte Muslime! Allah liebt es, wenn wir die gesegneten drei Monate gut nutzen und reichlich Gutes tun. Die drei Monate nimmt er zum Anlass, um unsere Duâs anzunehmen und Sünden zu vergeben. Natürlich beschränkt sich unsere Ergebenheit nicht auf bestimmte Zeiten. Jeder Moment, den wir bewusst als Ergebener zu verbringen suchen, ganz egal welcher Monat, welcher Tag, ist wertvoll. In einem Hadith kudsî heißt es: „O Kind Adams! Widme dich in jeder Situation der Ergebenheit mir gegenüber, damit ich dein Herz mit Reichtum fülle und dein Bedürfnis stille.“[2] Die Ergebenheit gegenüber Allah gilt rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Liebe Geschwister! Besonders in den gesegneten Monaten sollten wir regelmäßig in die Moschee gehen. Schließlich ist dies ein Ort, an dem unser Glaube gelebt wird. Unser geliebter Prophet sagte: „Ich wünsche, dass ihr in der Gemeinschaft seid und unbedingt vermeidet, euch zu spalten und auseinanderzugehen. Denn der Schaytân ist mit jenen, die abgespalten leben. Er ist fern von denen, die zusammenleben, auch wenn sie zu zweit sind. Wer in der Mitte des Paradieses sein will, der soll in der Gemeinschaft bleiben.“[3] Moscheen schützen uns vor den Versuchungen des weltlichen Lebens. Deshalb lasst uns unsere Moscheen und Gemeinden mit Leben füllen. Im Koran heißt es: „Ihr Lohn ist Verzeihung von Allah, ihrem Erhalter, und Gärten, durcheilt von Bächen, sie werden ewig darin verweilen; und herrlich ist der Lohn derer, die Gutes tun.“[4] Alle unsere guten Taten werden also nicht ohne Belohnung bleiben. Mögen wir zu den glücklichen Menschen gehören, die Allah gebührend dienen. Mögen die gesegneten drei Monate ein Anlass dafür sein, dass wir lebendiger werden und unseren Nafs erziehen. Âmîn. Verehrte Muslime! Wir möchten auf eine Möglichkeit aufmerksam machen, wohltätig zu sein. Die Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft, kurz EMUG, unterstützt im Rahmen der diesjährigen Infak-Kampagne 16 Projekte in 9 Ländern. Mit dieser Kampagne werden Moscheen gebaut und Bildungszentren eingerichtet, damit künftige Generationen ihre Religion erlernen und leben können. Moscheen sind Orte, an dem wir Muslime uns treffen und unsere Verbundenheit zueinander stärken und der Gesellschaft nützlich sind. Infak nennt man es, wenn jemand für Allah etwas gibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wir laden auch euch dazu ein, einen Beitrag dazu zu leisten. [1] Sure Al-i Imrân, 3:133 [2] Ibn Hanbel, II, 359 [3] Tirmizî, Fiten, 7/2165 [4] Sure Âl-i Imrân, 3:136 Hutba – Deutsch Hutba-Arabisch Hutba-Niederländisch Hutba-Nowegisch Hutba-Dänisch Hutbe-Schwedisch

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