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Der Glaube als Kompass der Menschlichkeit

Verehrte Muslime! Der Glaube ist ein Kompass, der dem Leben Sinn verleiht. Er hält das Herz auf dem rechten Weg, führt uns zum Guten und verhindert Ungerechtigkeit und Unrecht. Er ist ein Schutzschild gegen alles Schlechte. Von Zeit zu Zeit erfüllen schlechte Dinge unser Herz. Etwa die Liebe zum Geld, der Wille zur Macht und der Wunsch nach Ansehen. Je weiter man sich von den Werten des Glaubens entfernt, desto enger werden die Herzen; der Mensch wird ein Gefangener seines Egos. Darum finden viele trotz Reichtum keinen Frieden, denn die Leere des Glaubens macht die Seele arm und bedürftig. Der wahre Gläubige denkt bei allem, was er tut, an das Jenseits. Gleichzeitig bewahrt er das Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits. Im Koran heißt es: „Und suche mit dem, was dir Allah gegeben hat, die künftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tue Gutes, so wie Allah dir Gutes tat, und stifte kein Verderben auf Erden; siehe, Allah liebt nicht die, welche Unruhe stiften!“[1] Wer sich nur auf das Diesseits fokussiert, vergisst das Jenseits. Ein Leben, das am Jenseits ausgerichtet ist, schenkt Demut und Zufriedenheit. Doch ein Leben, das diese vergängliche Welt in den Lebensmittelpunkt stellt, führt zu Gier und Unruhe im Herzen. Darum ist der Îmân, also unser Glaube, unser Kompass. Durch unseren Glauben werden wir daran erinnert, ehrlich zu sein und zu bleiben, beim Ausgeben nicht verschwenderisch zu sein, die Gaben Allahs mit Dank zu genießen und dem Nachbarn mit Respekt zu begegnen. Liebe Geschwister! Unsere Zeit in dieser Welt vergeht schnell. Wer in ihr das Gleichgewicht bewahren will, muss sich am Kompass des Glaubens orientieren. Unsere Moscheen sind eine der wichtigsten Stützen dafür; hier finden die Herzen Ruhe. Unser Prophet (s) hat gesagt: „Am jüngsten Tag wird der Mensch sich nicht von seinem Herrn entfernen, bis er über fünf Dinge Rechenschaft abgelegt hat: über sein Leben und wie er es verbrachte, über seine Jugend und wie er sie nutzte, über sein Geld, wie er es verdiente und wofür er es ausgab, und ob er nach dem handelte, was er wusste.“[2] Verehrte Muslime! Es gibt viele falsche „Werte“, etwa solche, die sich nur am Profit und am Diesseits orientieren. Das Materielle wird gefördert, während das Spirituelle keine Beachtung findet. Wenn wir uns selbst und unsere Kinder von den Moscheen, vom Koran, der Sunna und vom Wissen fernhalten, dann verlieren sie ihren Kompass. Unsere größte Verantwortung als Eltern ist es deshalb, unseren Kindern den Glauben in schönster Weise zu vermitteln und sie gut zu erziehen. Heute ist Freitag, der 3. Oktober 2025. Seit 1997 öffnen die Moscheen in Deutschland am „Tag der offenen Moschee“ ihre Türen. Seit nunmehr 28 Jahren heißen wir an diesem Tag Gäste willkommen. In diesem Sinne grüße ich herzlich alle Freundinnen und Freunde, alle Nachbarinnen und Nachbarn, die heute hier sind oder noch kommen werden. Herzlich willkommen in unserer Moschee! Zum Abschluss wenden wir uns im Gebet an Allah: O Allah, der du die Herzen lenkst! Stärke uns im Glauben. Mache uns zu Menschen, die deine Häuser mit Leben füllen. Lass uns nicht vergessen, wer wir sind. Lass uns dich nicht vergessen und halte die Erinnerung an das Jenseits in unseren Herzen lebendig. Âmîn. [1] Sure Kasâs, 28:77 [2] Tirmizî, Sifât al-Kiyâma, 1 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch  

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3. Oktober: Tag der offenen Moschee – Motto 2025 „Glaube als Kompass der Menschlichkeit“

Am 3. Oktober 2025 öffnen in ganz Deutschland hunderte Moscheen ihre Türen zum Tag der offenen Moschee (TOM). Unter dem Motto „Glaube als Kompass der Menschlichkeit“ laden die Gemeinden Besucherinnen und Besucher zu Führungen, Gesprächen und Einblicken in das Gemeindeleben ein. Der TOM findet unter der Schirmherrschaft des Koordinationsrates der Muslime (KRM) statt. „Wir blicken mit großem Entsetzen auf die vielen Kriege mit unzähligen Todesopfern sowie auf eine zunehmend von Abschottung geprägte Flüchtlingspolitik. Bei alledem bleiben Humanität und Menschlichkeit auf der Strecke. Am Tag der offenen Moschee wollen wir gemeinsam ergründen, wie wir der Erosion der Menschlichkeit entgegenwirken und dabei Halt im Glauben finden können“, erklärt KRM-Sprecher Ali Mete (Islamrat), der das Amt von Dr. Zekeriya Altuğ (DITIB) übernommen hat. Ali Mete ist zugleich Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG). Am Tag der offenen Moschee bieten Moscheegemeinden Gelegenheiten zum direkten Austausch. Führungen, Diskussionsrunden und offene Gespräche in lockerer Atmosphäre ermöglichen Begegnungen und fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nähere Informationen erhalten Interessierte Besucherinnen und Besucher in der örtlichen Moscheegemeinde. Der Tag der offenen Moschee findet seit 1997 jährlich am 3. Oktober statt und wird seit 2007 unter dem Dach des KRM koordiniert. Ziel ist es, den Austausch zu fördern, religiöses Leben sichtbar zu machen und Dialog zu fördern. Das diesjährige Motto betont, dass gelebter Glaube zur Verantwortung im Alltag motivieren kann – für sich selbst, die Mitmenschen und die Umwelt. Der Koran erinnert: „Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.“ (Sure Nahl, 16:90).    TOM 2025 auf einen Blick: Infos/Programme: https://tagderoffenenmoschee.de/ tom.igmg.org Kontakt: info@tagderoffenenmoschee.de

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Süchte – Krankheiten, die das Herz fesseln

Verehrte Muslime! Allah hat den Menschen in reiner Natur erschaffen. Er hat ihm Verstand, Willen und Entscheidungsfreiheit gegeben. Dadurch kann der Mensch das Richtige vom Falschen und das Nützliche vom Schädlichen unterscheiden. Doch Schaytân und der Nafs erschweren ihm das – zum Beispiel durch Süchte. Eine Sucht nimmt dem Menschen den Willen, macht das Herz hart und betäubt den Verstand. Drogen, Alkohol, Zigaretten, Glücksspiel und ähnliche Gewohnheiten schaden uns Menschen körperlich und seelisch. Unser Körper ist nicht unser Eigentum, sondern wurde uns von Allah anvertraut. Diese Gabe mit Rauch zu vergiften, mit Alkohol zu betäuben oder mit Drogen zu zerstören, ist Verrat an der anvertrauten Gabe. Sucht betrifft aber nicht nur Drogen oder Alkohol. Sie zeigt sich auch auf andere Weise. Heute ist es vor allem die digitale Sucht. Menschen verbringen im Schnitt sechs bis sieben Stunden täglich vor dem Bildschirm. Das nimmt Zeit weg, schwächt die Familie und zerstört die Nähe von Mensch zu Mensch. Ehepaare verlieren gemeinsame Momente. Kinder entfremden sich von ihren Eltern. Und im Internet werden anstößige Inhalte normalisiert. Dies wirkt sich auf den Charakter aus. Stundenlang Videos zu schauen, von Bild zu Bild und Video zu Video zu scrollen oder nutzlose Inhalte zu konsumieren, passt nicht zu einem Muslim. Eine weitere Sucht ist das fanatische Interesse an Fußball. Manchmal vergessen Muslime wegen Spielen sogar ihre Gebete. Manche verbringen Stunden vor dem Fernseher, aber ein paar Minuten im Gebet erscheinen ihnen zu lang. Im Koran heißt es: „Was meinst du wohl? Wer seine Wünsche zu (seinem) Gott macht und wen Allah irregehen lässt – wissend, dass ihm Ohr und Herz versiegelt sind und dass auf seinen Augen eine Hülle liegt – wer wird ihn wohl rechtleiten, wenn nicht Allah? Wollen sie sich denn nicht ermahnen lassen?“[1] Liebe Geschwister! Sucht führt dazu, dass der Mensch seinen Nafs zum Gott macht. Wahre Freiheit heißt: Diener Allahs sein. Unser Prophet (s) warnte vor jeder Art der Übertreibung – auch der Übertreibung in der Ibâda. Er sagte zu einem Gefährten: „Mir wurde berichtet, dass du am Tag fastest und die Nächte im Gebet verbringst. Tu das nicht! Dein Körper hat Rechte, deine Augen haben Rechte und auch deine Ehefrau hat ein Recht auf dich.“[2] Wenn selbst im Gottesdienst Übertreibung nicht erlaubt ist, wie schlimm ist dann die Übertreibung in anderen Dingen? Darum: Beschützt eure Kinder und Familien. Brecht den Kontakt zu Geschwistern mit einer Suchterkrankung nicht ab, sondern helft ihnen. Wenn nötig, sucht Hilfe in Beratungsstellen oder Kliniken. Zum Schluss erinnere ich an die Worte unseres Herrn: „Sie wenden sich von nutzlosen und leeren Dingen ab.“[3] Möge Allah uns zu denen machen, die sein Vertrauen wahren, maßvoll sind, einzig an ihn gebunden bleiben, frei von Süchten leben und sich von nutzlosen Dingen abwenden. Âmîn. [1] Sure Dschâthiya, 45:23 [2] Muslim, Siyâm, 193 [3] Sure Mu’minûn, 23:3 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch

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Solidarität im Guten

Verehrte Muslime! Ein wichtiger Begriff im Islam ist „Marûf“. Damit ist das Gute, Schöne und Nützliche gemeint. Güte, Schönheit und Wahrhaftigkeit gehören ebenso zu unseren Prinzipien. Zu unserer Prüfung auf Erden gehört es, unseren Prinzipien und schönen Werten treu zu bleiben und sie unserem Umfeld zu vermitteln. Wo sie missachtet werden, tritt ihr Gegenteil auf, also „Munkar“, was für das Böse, Hässliche und Falsche steht. Unser Prophet Muhammad (s) sagte: „Gut ist das, was dein Herz in Ruhe versetzt und womit deine Seele einverstanden ist. Schlecht ist das, was dein Herz beunruhigt und Zweifel hinterlässt, auch wenn die Menschen es als erlaubt ansehen.“[1] Liebe Geschwister! In Palästina werden die genannten Werte gerade mit Füßen getreten. Angesichts der Bilder von Leid und Gewalt blutet das Gewissen der Menschheit. Die Herzen ziehen sich vor Schmerz zusammen. Kriege und Besatzungen überall auf der Welt zeigen, dass Munkar weder zeitlich noch räumlich begrenzt ist. Die verantwortlichen Staaten und internationalen Institutionen müssten dem Schrecken in Palästina Einhalt gebieten. Doch viele verharren im Schweigen. Andere scheuen sich vor wirksamen Maßnahmen. Genau dies wird im Koran beschrieben: „Sie untersagten einander nicht das Verwerfliche, das sie begingen. Wahrlich, schlimm ist, was sie zu tun pflegten.“[2] Verehrte Muslime! Die Ereignisse in Palästina und besonders in Gaza sind zu einer der schwersten Prüfungen der Menschheit geworden. Dass Regierungen keine wirksamen Schritte unternehmen, entsetzt Menschen aller Religionen und Kulturen. Das Blut und die Tränen von Frauen, Kindern und Alten erinnern an barbarische Zeiten. Die Schreie der Unterdrückten steigen zum Himmel auf. Doch es gibt auch Menschen, die ihre Differenzen zurückstellen, auf ihr Gewissen hören und sich friedlich gegen das Unrecht stellen. Dadurch entsteht „Solidarität im Guten“: Menschen verschiedener Sprachen, Religionen und Hautfarben vereinen sich, um das Massaker in Gaza zu beenden. Darin erkennen wir die Sichtbarkeit des folgenden Koranverses: „Und jeder hat eine Richtung, nach der er sich kehrt. Wetteifert daher miteinander in guten Werken. Wo immer ihr seid, Allah wird euch allesamt zu ihm zurückbringen. Siehe, Allah hat Macht über alle Dinge.“[3] Liebe Geschwister! Die „Sumud-Flottille“ ist ein Symbol. Sie verfolgt keine politischen oder wirtschaftlichen Interessen. Sie versucht allein aus Gewissensgründen, die Blockade zu durchbrechen und humanitäre Hilfe zu leisten. Heute ist sie zum Stolz der Menschheit und zu einer Hoffnung der Notleidenden geworden. Sie ist ein Zeichen für Frieden, Gewissenhaftigkeit und Barmherzigkeit. Vergessen wir nicht: Unrecht wird durch die Gebete der Bedrängten aufgehalten. Ebenso durch die mutigen und entschlossenen Schritte beherzter Menschen. Als Muslime danken wir allen, die an dieser zivilen Bewegung teilnehmen. Wir danken auch jenen, die die Erinnerung in der Öffentlichkeit wachhalten. Möge Allah den Menschen in Gaza und allen Notleidenden beistehen. Möge er uns Frieden und Wohlergehen schenken. Âmîn. [1] Dârimî, Buyû, 2 [2] Sure Mâida, 5:79 [3] Sure Bakara, 2:148 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch

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Vielfalt unter Druck: Islamische Gemeinschaft warnt vor wachsender Spaltung

„Die Islamische Gemeinschaft warnt: Deutschlands Zustimmung zu Vielfalt bricht ein. Vor allem religiöse und ethnische Diversität gerät ins Visier – mit spürbaren Folgen für Musliminnen und Muslime sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist das am Dienstag vorgestellte «Vielfaltsbarometer 2025» der Robert-Bosch-Stiftung. Ali Mete weiter: „Das neue Vielfaltsbarometer 2025 ist ein Weckruf für unser Land. Wenn nur noch 45 Prozent der Menschen gesellschaftliche Vielfalt als Bereicherung empfinden und religiöse Diversität mit mageren 34 von 100 Punkten am schlechtesten abschneidet, ist das mehr als eine Zahl: Es ist ein Alarmsignal für die freiheitlich demokratische Grundordnung. Besonders Muslime spüren die Folgen. Sie erleben zunehmend subtile wie offene Diskriminierung – von misstrauischen Blicken in der Schule bis hin zu Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Entwicklung ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung, die den Zusammenhalt gefährdet. Besorgniserregend ist zudem der regionale Befund: Die niedrigsten Werte finden sich in Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, doch auch in westdeutschen Ländern sinkt die Akzeptanz. Das zeigt: Wir stehen nicht vor einem Ost-West-Problem, sondern vor einer gesamtgesellschaftlichen Bewährungsprobe. Erschwerend kommt hinzu, dass politische und mediale Akteure vorhandene Unsicherheiten gezielt instrumentalisieren. Wer Ängste schürt, um Wählerstimmen zu gewinnen, spielt mit dem inneren Frieden. Islamisch-theologisch gilt jedoch: Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sind göttliche Gebote – im Islam genauso wie im Christentum und anderen monotheistischen Religionen. Wir rufen Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf, Räume der Begegnung zu stärken, Vorurteile aktiv abzubauen und rechtliche Gleichbehandlung konsequent durchzusetzen. Vielfalt ist kein Störfaktor, sondern Gottgegeben und eine riesige Chance. Wer sie bewahrt, schützt den Frieden – in unseren Städten, in unserer Demokratie und in unseren Herzen.“

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Islamische Gemeinschaft startet „Emissionsfreie Woche“: Fahrrad statt Staub

Mit der „Emissionsfreien Woche“ setzt die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) ein sichtbares Zeichen für Schöpfungsverantwortung und praktischen Klimaschutz. „Die Bewahrung der Schöpfung gehört zu den zentralen Aufgaben eines gläubigen Menschen“, erklärt IGMG-Generalsekretär Ali Mete. Anlass ist der dritte Lauf der Umwelt-Initiative, die in diesem Jahr vom 16. bis 22. September 2025 stattfindet. „Unsere Verantwortung endet nicht an der Tür der Moschee. Auf dem Weg dorthin und in unserem alltäglichen Leben sind wir aufgerufen, die Schöpfung vor Schaden zu bewahren. Genau deshalb führen wir seit 2023 die ‚Emissionsfreie Woche‘ durch – mit wachsendem Erfolg. Wir gehen zunehmend emissionsarm zur Moschee. Gleichzeitig organisieren unsere Gemeinden Wanderungen, Seminare, Bildungsprojekte für Kinder und Erwachsene, Müllsammelaktionen, Baumpflanzungen und vielfältige Veranstaltungen zum Umweltschutz. Gerade in einer Zeit, in der Kriege wie in Gaza, der Ukraine und vielen weiteren Regionen nicht nur unzählige Menschenleben auslöschen, sondern auch Ökosysteme zerstören, Felder verbrennen und Wälder vernichten, wird deutlich: Die Erde ist bedroht. Ökozide geschehen vor unseren Augen. Wir wissen, dass individuelle Initiativen allein nicht ausreichen, um Klimagerechtigkeit herzustellen. Aber wir wissen ebenso: Ohne die kleinen Schritte gibt es keinen großen Wandel. Aus dieser Überzeugung heraus wollen wir Muslime ein Gegenzeichen setzen. Wir reduzieren Emissionen, wo immer es uns möglich ist, und zeigen: Glaube und Klimaschutz sind untrennbar miteinander verbunden. Emissionsarm zur Moschee bedeutet konkret: Wir rufen alle Gläubigen auf, zu Fuß, mit dem Fahrrad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften zur Moschee zu kommen – insbesondere in der Woche vom 16. bis 22. September. Gleichzeitig werden Moscheegemeinden ermutigt, ihre Gebäude energieeffizienter zu gestalten, Solaranlagen zu nutzen, Grünflächen zu schaffen, Wasser zu sparen und durch moderne Technik Emissionen zu senken. Jeder Schritt – sei es ein gepflanzter Baum oder ein bewusst gewähltes Verkehrsmittel – ist ein kleines, aber sichtbares Bekenntnis, dass wir als Muslime die Schöpfung achten. Der Koran erinnert uns daran, die Balance in der Schöpfung zu bewahren: „Und stiftet kein Unheil auf der Erde, nachdem sie in Ordnung gebracht ist.“ (Sure 7:56). Diese Balance ist heute durch Kriege, Ausbeutung und Raubbau gefährdeter denn je. Wir machen deutlich: Wer auf dem Weg zur Moschee das Klima schützt, tut mehr, als nur CO₂ zu sparen – er oder sie bekennt sich zu einer Haltung gegen Zerstörung, gegen Kriege und für das Leben. Unsere Moscheen sollen Orte sein, die nicht nur spirituell, sondern auch ökologisch Hoffnung stiften.“

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Unheil auf der Welt

Verehrte Geschwister! Die Menschheit hat sich weiterentwickelt, sie hat in Wissenschaft und Technologie große Fortschritte gemacht. Doch leider sind wir auch in unserer heutigen Zeit Zeugen von Grausamkeiten, wie sie selbst in sogenannten rückschrittlichen Zeitaltern selten waren. In Palästina und Ostturkestan sind Unterdrückte und Entrechtete in ihrem eigenen Land Blut und Tränen ausgeliefert. Frauen, Kinder und Alte werden aus ihren Häusern vertrieben. Wer Widerstand leistet, dem drohen Hunger und Tod. In Gaza sind bei den Bombardierungen mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer gelten über 10.000 Menschen unter den Trümmern als vermisst. Hunderte sind bereits an Hunger gestorben. Die Zahl der Verletzten liegt inzwischen bei etwa 150.000. Mit jedem Tag und jeder Stunde steigen diese Zahlen weiter an. Diese Grausamkeit wird im Bericht der Vereinten Nationen als Kriegsverbrechen bezeichnet und ist zweifellos zur Menschheitskatastrophe dieses Jahrhunderts geworden. Liebe Geschwister! Weltweit erheben viele Menschen ihre Stimme gegen dieses Unrecht und protestieren dagegen. Als Muslime sind wir den Völkern dieser Welt sehr dankbar; sie sprechen eine andere Sprache, gehören einer anderen Religion an oder haben eine andere Herkunft, stehen aber im Namen der Menschlichkeit an der Seite unserer palästinensischen Geschwister. Das gibt uns Hoffnung – gerade in einer Zeit, in der grundlegende Werte wie Menschlichkeit so stark erschüttert sind. Das Schweigen einiger Länder und internationaler Institutionen, die viel bewirken könnten, zerreißt uns das Herz. Sie bleiben untätig und übersehen das Massaker. Gleichzeitig versuchen sie, den Eindruck zu erwecken, sie arbeiteten für den Weltfrieden. Dies erinnert uns an den Koranvers: „Und wenn zu ihnen gesagt wird: ‚Stiftet kein Verderben auf Erden!‘, sagen sie: ‚Wir sind ja nur die, die Frieden stiften.‘“[1] Verehrte Muslime! Verderben und Zerstörung gehören damals wie heute zu den größten Prüfungen für Menschen und Gesellschaften. Allah spricht zu allen Menschen: „Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Allahs Barmherzigkeit ist denen nahe, die Gutes tun.“[2] Feindseligkeit zerstört auf persönlicher Ebene das Miteinander der Menschen. Auf gesellschaftlicher Ebene führt es zu endlosen Kriegen. Unterdrückung mag für eine Zeit lang stark wirken. Doch am Ende setzt sich die Gerechtigkeit durch, und der Unterdrücker bleibt niemals verschont. Darauf hat unser Prophet hingewiesen: „Allah gewährt dem Unterdrücker Aufschub. Doch wenn er ihn ergreift, lässt er ihn nicht los.“[3] Liebe Geschwister! Am 31. August hat sich die Globale Sumud-Flottille von Spanien aus auf den Weg gemacht, um die Blockade zu durchbrechen und humanitäre Hilfe zu leisten. Die Flottille ist eine zivile, friedliche Bewegung, die Menschen aus unterschiedlichen Religionen, Sprachen und Kulturen vereint – getragen von der Hoffnung auf Frieden. Die Geschichte wird diejenigen, die angesichts dieses Unrechts nicht geschwiegen haben, mit goldenen Buchstaben festhalten. Unsere Bitte an Allah, den Herrn der Welten, ist: Möge diese Flottille ihr Ziel sicher erreichen und den Menschen zur Hilfe eilen können. Âmîn. [1] Sure Bakara, 2:11 [2] Sure Âraf, 7:56 [3] Muslim, Birr, 61 Hutba-Deutsch Hutba-Türkisch Hutba-Arabisch Hutba-Englisch Hutba-Niederländisch Hutba-Französisch

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Jede Stimme zählt – gegen Hass, für Zusammenhalt

„Die Islamische Gemeinschaft mahnt: Kommunalpolitik entscheidet über Bildung, Wohnraum und Zusammenleben. Wer nicht wählt, stärkt extremistische Kräfte – und schwächt die Demokratie. Jede Stimme zählt“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind die anstehenden Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 14. September 2025. Ali Mete weiter: „Kommunalwahlen entscheiden direkt über unser Leben: über die Ausstattung der Schulen, über bezahlbaren Wohnraum, über den öffentlichen Nahverkehr, über Jugendzentren, Kulturangebote und den Schutz religiöser Einrichtungen. Hier vor Ort wird festgelegt, ob unsere Städte gerecht, vielfältig und solidarisch bleiben. Wir sehen zugleich mit Sorge, dass rechtspopulistische Parteien immer mehr an Einfluss gewinnen. Diese Kräfte arbeiten gezielt gegen Musliminnen und Muslime, verbreiten Islamfeindlichkeit und stellen die Vielfalt unserer Gesellschaft infrage. Wer nicht wählt, überlässt ihnen das Feld – und schwächt die Demokratie. Moscheegemeinden sind längst fester Bestandteil unserer Städte. Sie leisten Bildungsarbeit, Jugendarbeit, Nachbarschaftshilfe und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch darüber wird in den Kommunen entschieden – ob dieses Engagement anerkannt, unterstützt und sichtbar gemacht wird. Unsere Stimme ist deshalb nicht nur eine Stimme gegen Ausgrenzung, sondern auch eine Stimme für das Miteinander in unserer Stadt. Deshalb appelliere ich an alle: Nutzen Sie Ihr Wahlrecht. Gehen Sie zur Wahl, geben Sie Ihre Stimme für Respekt, Gerechtigkeit und Zusammenhalt ab. Jede Stimme zählt – und jede Stimme ist ein Signal gegen Ausgrenzung und Hass. Gemeinsam tragen wir Verantwortung dafür, dass unsere Städte Orte des Miteinanders bleiben, in denen alle Menschen, unabhängig von Herkunft und Religion, in Frieden leben können.“

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Asyl-Reform der Bundesregierung moralisch verwerflich

„Statt Teilhabe setzt die Bundesregierung in der Asylpolitik weiter auf Isolierung. Die Islamische Gemeinschaft fordert ein Bekenntnis zu Humanität, Moral und Verantwortung“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der Gesetzesentwurf des Bundeskabinetts zur Umsetzung der EU-Asylreform. Damit soll EU-Vorgaben in nationales Recht umgesetzt werden. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung geht allerdings über die EU-Vorgaben hinaus. Ali Mete weiter: „Die Bundesregierung setzt mit ihrem Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Asylreform erneut auf Maßnahmen, die mehr mit Abschreckung als mit Schutz zu tun haben. Dabei geht es um Asyl, also um den Schutzanspruch von Menschen – perfider geht es kaum noch. Was als ‚Sekundärmigrationszentren‘ bezeichnet wird, bedeutet in der Praxis die Isolation von Schutzsuchenden, bis hin zu faktischer Inhaftierung – und das auch für Familien. Aus menschenrechtlicher und islamisch-theologischer Sicht ist dies nicht vertretbar. Der Glaube mahnt uns, den Schwachen beizustehen und die Würde jedes Menschen zu achten. Wer Menschen auf der Flucht hinter Zäune sperrt, verletzt diesen Grundsatz. Besonders bedenklich ist, dass Kinder in diesen Einrichtungen untergebracht werden sollen. Kinderrechte sind nicht verhandelbar. Weder die UN-Kinderrechtskonvention noch die ethischen Grundlagen unseres Glaubens lassen zu, dass Minderjährige eingesperrt werden. Schutzbedürftige brauchen Sicherheit, Bildung und Freiräume – keine Restriktionen, die Verzweiflung und Traumata verstärken. Es ist zwar zu begrüßen, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete erleichtert werden soll. Doch dieser Schritt verblasst vor der Härte einer Politik, die gleichzeitig neue Lager schafft. Sicherheit entsteht nicht durch Freiheitsentzug, sondern durch echte Teilhabe. Wir appellieren an die Bundesregierung, diesen Weg nicht weiterzugehen. Deutschland sollte bei der Umsetzung der EU-Asylreform ein Beispiel für Menschlichkeit setzen – und nicht für Isolation. Eine Politik, die Schutzsuchende als Problem sieht ist mit unseren Grundwerten nicht vereinbar. Sie widerspricht unseren Moralvorstellen diametral.“

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Die Fürsorge des Propheten (s) gegenüber seiner Umma

Verehrte Muslime! Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Er hat uns erschaffen, erhält uns mit seiner Gnade und vergibt uns mit seiner Barmherzigkeit. Friede und Segen seien auf unserem Propheten Muhammad (s), auf seiner Familie, seinen Gefährten und auf allen, die seinem Weg folgen. Allah beschreibt ihn im Koran so: „Wahrlich, nun kam bereits ein Gesandter aus eurer Mitte zu euch. Schwer liegen eure Missetaten auf ihm. Fürsorglich ist er für euch! Gegen die Gläubigen (aber) ist er gütig und barmherzig.”[1] Unser Prophet war seiner Gemeinschaft sehr zugewandt. Er freute sich, wenn sie glücklich waren und trauerte, wenn sie litten. In der Nacht stand er im Gebet, weinte und bat Allah um Vergebung für seine Umma. Am Tag sorgte er für ihr Wohl. Seine Gefährten spürten diese Liebe. Anas ibn Mâlik (r) lebte zehn Jahre lang in seinem Haushalt. Er sagte: „Der Gesandte Allahs war im Aussehen und im Charakter der Schönste. Ich habe nie weichere Hände berührt und nie einen besseren Duft gerochen. Zehn Jahre diente ich ihm, und nie sagte er ein hartes Wort.“[2] Ein anderes eindrückliches Beispiel ist seine Reise nach Tâif. Dort wiesen ihn die Anführer ab und hetzten die Menschen gegen ihn auf. Er wurde mit Steinen beworfen, seine Füße bluteten. Doch er fluchte nicht über sie, sondern sagte: „O Allah, führe die Menschen von Tâif zur Rechtleitung.“[3] Liebe Geschwister! Die Liebe unseres Propheten (s) zu seiner Umma war wie die Liebe eines Vaters zu seinen Kindern. Er sagte: „Ich lehre euch, wie ein Vater seine Kinder lehrt.“[4] Wer ihm folgte, fand Würde und Licht. Seine Gefährten wurden aus der Dunkelheit der Unwissenheit befreit. Sie verbreiteten Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Wir sehen heute viel Leid auf der Welt. In Gaza sind Kinder zu Waisen geworden. In Syrien sind Häuser zerstört. In Ostturkestan und anderen Regionen leiden Muslime. Überall auf der Welt gibt es Unterdrückung, Blut und Tränen. Der Weg zur Rettung ist es, dem Propheten zu folgen, seine Sunna zu lernen und sie im Alltag zu leben. Er ist unser Vorbild in Barmherzigkeit, Geduld und Gerechtigkeit. Möge Allah uns zu jenen gehören lassen, die seinem Weg treu bleiben. Möge er unsere Geschwister überall auf der Welt mit Hilfe, Freiheit und Sicherheit segnen. Âmîn. [1] Sure Tawba, 9:128 [2] Buhârî, Sawm, 53 [3] Tirmizî, Manâkib, 73 [4] Ibn Mâdscha, Tahâra, 16 Hutba-Deutsch Hutba-Türkisch Hutba-Arabisch Hutba-Englisch Hutba-Niederländisch Hutba-Französisch

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