Aktuelles

Bedeutung der Sunna

Verehrte Muslime! Unsere Religion, der Islam, weist uns den Weg für unser Leben im Diesseits. Unser Glaube gibt unserem Leben Sinn und hält uns auf dem rechten Weg. Diese Orientierung hat zwei Primärquellen: Allahs Wort, das ist der Koran, und die Sunna unseres Propheten (s). Die Sunna zeigt uns, wie die koranische Botschaft umgesetzt wird. Die Sunna ist der Glaube, der realisiert wird, und das Wissen, das zu gutem Verhalten wird. Durch die Sunna wird die Offenbarung ins Leben übersetzt. Der Koran gibt uns Prinzipien. Die Sunna lehrt uns, wie wir diese Prinzipien tagtäglich umsetzen können. Im Koran heißt es dazu: „Was euch der Gesandte aber gibt, das nehmt, und was er euch verwehrt, das lasst sein. Und fürchtet Allah. Allah straft fürwahr streng.“[1] Dem Propheten (s) zu folgen, ist kein Zusatz zum Glauben. Es ist sein unverzichtbarer Bestandteil. Die Sunna ernst zu nehmen bedeutet, Allahs Botschaft zu folgen, den Islam richtig zu verstehen und ihn aufrichtig zu leben. Allah adressiert uns bezüglich der Sunna direkt, indem er unseren Propheten (s) sagen lässt: „Sprich: »Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. Dann wird euch Allah lieben und euch eure Sünden verzeihen; denn Allah ist verzeihend und barmherzig.«“[2] Das ist eine Einladung. Die Sunna ist kein äußerliches Regelwerk. Sie ist ein Weg, der zur Barmherzigkeit und Liebe Allahs führt. Zu dieser Liebe gelangen wir nur, wenn wir den Propheten (s) lieben. Denn er ist es, der uns Allahs Offenbarung gebracht hat. Den Koran haben wir durch ihn. Den Islam haben wir durch ihn. Unseren Glauben haben wir durch ihn. Deshalb hat die Gemeinschaft Muhammads (s) ihren Propheten schon immer mehr geliebt als sich selbst. Liebe Geschwister! Unser Prophet (s) selbst hat gesagt: „Ich hinterlasse euch zwei Dinge. Solange ihr euch an sie haltet, werdet ihr niemals in die Irre gehen: Allahs Buch und die Sunna seines Gesandten.“[3] An anderer Stelle sagte er deutlich: „Wer sich von meiner Sunna abwendet, gehört nicht zu mir.“[4] Wir lernen daraus: Die Sunna ist ein Grundpfeiler unserer Identität als Muslime. Sie ist unsere Orientierung, die uns ein Leben lang auf dem gottgefälligen Weg hält. Wer sich von ihr abwendet, entfernt sich vom Propheten (s) und lebt außerhalb des Islam, den dieser Prophet vorgelebt und verkündet hat. Unser Prophet ist nicht nur derjenige, der uns den Koran übermittelt hat. Er ist auch derjenige, der uns zeigt, wie wir ihn verstehen und leben können. Er stärkt unsere Herzen, ermahnt uns und reinigt unseren Charakter. Die Sunna gibt uns in allen Lebensbereichen Orientierung. Sie ist nicht bloß eine Erinnerung. Sie ist lebendig, gibt uns Leben und formt unsere Lebensplanung. Gerade wir als religiöse Minderheit brauchen diesen Halt. Das gemeinsame Festhalten an Koran und Sunna ist der sicherste Weg, gottgefällig zu leben und unsere Haltung nicht zu verlieren. Möge Allah uns zu Dienern machen, die dem Koran und der Sunna von Herzen verbunden sind und ihr Leben aufrichtig führen. Âmîn [1] Sure Haschr, 59:7 [2] Sure Âli Imrân, 3:31 [3] Imam Mâlik, Muwatta, Kadr, 3 [4] Buhârî, Nikâh, 1   Hutba – Türkisch Hutba – Schwedisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Englisch Hutba – Dänisch Hutba – Deutsch Hutba – Arabisch

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Charakterbildung im Koran

Verehrte Muslime! Der Koran ist wie ein göttliches Lexikon. Er macht Glauben und Moral zum Fundament unseres Lebens. Durch das Lesen des Korans sollen wir uns zu Menschen entwickeln, die bewusst glauben, bewusst denken und bewusst leben. Und aus diesen bewussten Menschen entsteht eine bewusste Gemeinschaft. Ein Pfeiler dieser bewussten Gemeinschaft ist der Tawhîd. Das ist der Glaube an die Einheit, also dass Allah einer ist und dass es keine anbetungswürdige Gottheit außer ihm gibt. Es geht darum, Schöpfer und Geschöpf ins angemessene Verhältnis zu setzen. Wenn ein Mensch wirklich verinnerlicht, dass er Allahs Diener ist und dass alle Macht und Herrschaft allein Allah gehört, dann wird er zu einem wahrhaft gläubigen Menschen. Wer Allah zum Mittelpunkt seines Herzens macht, überwindet seinen Hochmut und spürt, dass er Verantwortung trägt, sowohl vor Allah und auch den Menschen. Der zweite Pfeiler ist der Glaube an das Jenseits. Wer weiß, dass dieses Leben vergeht und dass jedes Wort und jede Tat auf die Waagschale gelegt wird, der lebt bewusster und maßvoller. Allah selbst beschreibt solche Menschen im Koran: „Die Gläubigen wissen, dass sie ihrem Herrn begegnen und dass sie zu ihm heimkehren werden.“[1] Und als Gläubige wissen wir: An jenem Tag wird das, was wir tun, vollständig entlohnt. Allah weiß genau, was wir alle tun. Liebe Geschwister! Im Koran wird uns Moral nicht nur durch Worte und Gebote vermittelt, sondern durch lebendige Menschen vor Augen geführt; dies sind die Propheten. Sie sind die schönsten Vorbilder für uns, weil sie Menschen waren wie wir. Über seinen letzten Propheten sagt Allah: „Und du bist fürwahr von edler Natur.“[2] Selbst sagte unser Prophet (s), dass er gesandt wurde, um das Wissen über „den schönen Charakter vollkommen zu machen.“[3] Verehrte Gläubige! Allah hat die schönsten Namen! Er ist der Barmherzige, der Gerechte, der Sanftmütige, der Vergebende. Sie sind ein Maßstab, an dem wir uns orientieren sollen. Denn je mehr wir Allah kennenlernen, desto mehr verändert uns dieses Wissen: Wir werden nachsichtiger, barmherziger, gerechter. Wir nehmen, wie es im Koran heißt, die Farbe Allahs an. Im Tasawwuf heißt es: „Schmücke dich mit dem Charakter Allahs.“ Die koranische Moral hört nicht beim Einzelnen auf. Sie geht weiter – vom Individuum zur Gesellschaft, von der Gemeinde zur gesamten Umma. Wer ein Mensch sein will, mit dem Allah zufrieden ist, der will auch Teil einer Gemeinschaft sein, mit der Allah zufrieden ist. Geboten ist uns: das Gute zu fördern und vom Schlechten abzuhalten, niemanden zu verdächtigen, keinen Schaden anzurichten, einander als Geschwister zu begegnen und bei Streit auf gerechten Ausgleich hinzuwirken. Verboten ist uns: andere zu verspotten, Unfrieden zu säen, den Glauben anderer zu beschimpfen und einer Mehrheit zu folgen, die nicht dem Wahren folgt. Wer das beherzigt, trägt zu einer Gesellschaft bei, in der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gelebt werden. Beenden wir unsere Hutba mit einem Duâ: O Allah! Mache uns zu Menschen, die sich mit dem koranischen Charakter schmücken und mit denen du zufrieden bist. Âmîn. [1] Sure Bakara, 2:46 [2] Sure Kalam, 68:4 [3] Buhârî, Adab al-Mufrad, 273   Hutba- Türkisch Hutba – Deutsch Hutba-Arabisch Hutba – Französisch Hutba – Niederländisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch Hutba – Englisch

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Mit dem Koran leben

Verehrte Muslime! Allah hat den Koran als Ermahnung und Rechtleitung für alle Menschen herabgesandt. Der Koran ruft uns zum Guten und Schönen auf und hält uns von allen schädlichen Dingen fern. Wenn ihn jemand mit aufrichtigem Herzen liest, wird sein Herz geheilt. Allah spricht: „O ihr Menschen! Nun ist eine Mahnung eures Herrn zu euch gekommen und Medizin für eure Herzen, und eine Leitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.“[1] Der Koran ist Heilung und Orientierung zugleich. So wie der Körper bei Krankheit Medizin braucht, braucht die Seele das Licht des Korans. Er gibt unserem Leben Sinn, schenkt uns Hoffnung und erinnert uns daran, wofür wir auf der Erde sind. Er ruft uns auf zu Geduld, Ausgewogenheit und zum Nachdenken. Er verbindet uns mit unseren Geschwistern im Glauben. Mitten in einer Welt, die uns ablenkt, hält er uns das Jenseits vor Augen. Wer sich an den Koran hält, dessen Iman wird stärker. Im Koran heißt es: „Siehe, nur das sind Gläubige, deren Herzen in Furcht erbeben, wenn Allah genannt wird, und deren Glauben stärker wird, wenn ihnen unsere Verse vorgetragen werden, und die auf Allah vertrauen.“[2] Liebe Geschwister! Der Koran ist das Wort Allahs. Wer an ihn glaubt und nach ihm lebt, findet Glück in dieser und in der jenseitigen Welt. Den Koran zu lernen und nach ihm zu handeln ist das Beste, was ein Muslim tun kann. Unser Prophet (s) sagte: „Der Beste unter euch ist, wer den Koran erlernt und ihn lehrt.“[3] Wer den Koran noch nicht lesen kann, der möge es lernen. Unser Leben ist zu kostbar, um es ohne den Koran zu verbringen. Unsere Kinder und Jugendlichen verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit. Lasst uns ihnen den Koran in bester Weise nahebringen. Wer seinen Kindern Iman, Ahlâk und Aufrichtigkeit vermittelt, erfüllt die wichtigste Aufgabe, die Eltern haben. Unsere Kinder sind die Freude unserer Herzen, die Allah uns anvertraut hat. Wir sind mit dem Tag ihrer Geburt ihre Begleiter: Wir verlesen den Gebetsruf in ihre Ohren, versuchen sie vor allem Schlechten zu schützen und wünschen uns, dass sie als Muslime aufwachsen. Verehrte Muslime! Der Ramadan ist der Monat des Korans, und er liegt nun hinter uns. Aber die Verbindung zum Koran darf nicht mit ihm enden. Lasst uns diese Verbindung in den kommenden elf Monaten weiter stärken. Lasst uns nicht nur den Koran lesen, sondern durch ihn leben. Möge Allah uns die Kraft geben, dieses Bewusstsein wach zu halten, heute und jeden Tag. Möge er uns und unseren Kindern gewähren, sein Buch tiefer zu verstehen. Und möge er uns niemals von seinem Licht trennen. Âmîn. [1] Sure Yûnus, 10:57 [2] Sure Anfâl, 8:2 [3] Tirmizî, Fadâil al-Kur’ân, 15 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch

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„Bayram unter Nachbarn“ – Aktion erfolgreich durchgeführt

Anlässlich des Ramadanfestes und im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus wurde die Aktion „Bayram unter Nachbarn“ erfolgreich umgesetzt. Aynur Handan Yazıcı, Vorsitzende der IGMG-Frauenorganisation, erklärte: „Wir haben das Fest zum Anlass genommen, um gesellschaftliche Solidarität zu stärken, gegenseitiges Verständnis zu fördern und nachbarschaftliche Beziehungen zu festigen.“ Yazıcı führte weiter aus: „Mit dieser Aktion haben wir erneut die schönen Seiten des Festes sichtbar gemacht: Teilen, Annähern und das gemeinsame Miteinander. Im Rahmen dieser Initiative, die Menschen verschiedener Glaubensrichtungen und Kulturen zusammengebracht hat, besuchten unsere Moscheen, Verantwortliche und Gemeindemitglieder ihre Nachbarn und teilten die Freude des Festes bei Süßigkeiten, kleinen Geschenken und herzlichen Gesprächen. Die Aktion wurde zeitgleich in verschiedenen Städten – von Frankfurt bis Dortmund – durchgeführt und erreichte eine Vielzahl von Menschen. Wir sind überzeugt, dass die Begegnungen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Vertrauen, Respekt und gegenseitigem Verständnis in der Gesellschaft leisten. Das zentrale Ziel dieser Aktion ist es, Vorurteile abzubauen, nachbarschaftliche Beziehungen zu beleben und positive Beispiele für eine gelebte Kultur des Miteinanders zu mehren – vor allem in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen und Spaltungen. In diesem Sinne streben wir an, dass die Aktion nicht auf die Festtage beschränkt bleibt, sondern langfristig zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt. Ich danke herzlich allen Freiwilligen, Organisatorinnen und Organisatoren, den Mitgliedern der Frauenorganisation sowie allen, die ihre Türen und Herzen geöffnet und diese schönen Begegnungen möglich gemacht haben. Ich hoffe, dass die Aktion „Bayram unter Nachbarn“ in den kommenden Jahren weiter wächst und noch mehr Menschen erreicht.“

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Beschluss des Gelehrtenrates: Sichtung des Schawwâl-Neumondes 2026/1447 – Beginn des Ramadanfestes

Der Gelehrtenrat der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) ist am Donnerstag, den 19. März 2026 um 16:00 Uhr zusammengekommen und hat folgenden Beschluss zur Bestimmung des Schawwâl-Neumondes für das Jahr 2026/1447 gefasst: Im Einklang mit den von unserem Rat festgelegten Kriterien zur Mondsichtung sowie auf Grundlage der durchgeführten Beobachtungen und der Daten der Astronomie hat sich ergeben, dass die Neumondsichtung am Donnerstag, den 19. März 2026, um 01:24 Uhr (Greenwich, Zeitzone London) eingetreten und die Sichtung am selben Tag um 15:24 Uhr (Greenwich, Zeitzone London) erfolgt ist. Der Neumond wurde zunächst in den zentralen Regionen des asiatischen Kontinents sichtbar. Demnach ist Freitag, der 20. März 2026, der erste Tag des Monats Schawwâl und somit der erste Tag des Ramadanfestes. Aus diesem Anlass beglückwünschen wir Euch zum gesegneten Ramadanfest und bitten Allah, dass dieses Fest unserer Gemeinschaft, der islamischen Welt sowie der gesamten Menschheit Wohlergehen und Gutes bringen möge. Celil Yalınkılıç Stellvertretender IGMG-Vorsitzender und Leiter der Irschad-Abteilung

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Ein gesegnetes Ramadanfest!

Verehrte Muslime! Heute erleben wir die Freude des gesegneten Ramadanfestes. Heute ist ein Tag, an dem sich die Herzen mit Frieden und Freude erfüllen. Unendlicher Dank und Lobpreis gebühren Allah, der uns nach dem Monat der Barmherzigkeit diesen schönen Festmorgen erleben lässt. Segenswünsche und Friedensgrüße seien auf unserem geliebten Propheten Muhammad Mustafa (s), auf seiner Familie und seinen Gefährten. Möge unser Ramadanfest gesegnet sein. Festtage sind besondere Tage. An ihnen werden die Herzen weicher, alte Verletzungen werden vergessen, Liebe, Respekt und Zuneigung wachsen. Festtage sind auch Zeiten, in denen wir unsere Verwandtschaft pflegen. Deshalb sollten wir unsere Eltern besuchen oder, wenn sie weit entfernt sind, zumindest anrufen. Lasst uns ihre Herzen erfreuen und bitten wir um ihre Duâs. Lasst uns unseren Kindern Liebe und Zuneigung schenken und ihnen Festtage bescheren, an die sie sich ihr Leben lang mit Freude erinnern werden. Vergessen wir auch nicht, unsere Verwandten und Freunde zu besuchen. Besonders unsere bedürftigen Geschwister sollten wir im Blick behalten und sie unterstützen. Verbreiten wir den Friedensgruß. Er überwindet Entfernungen und verbindet Herzen. Unser Prophet (s) sagte: „Verbreitet den Friedensgruß unter euch. Speist andere Menschen. Pflegt das Verwandtschaftsband und verrichtet das Gebet in der Nacht, während die Menschen schlafen, damit ihr in Frieden ins Paradies eintretet.“[1] Liebe Geschwister! Im Koran heißt es: „Die Gläubigen sind Geschwister. Stiftet daher Frieden zwischen euren Geschwistern und fürchtet Allah, damit ihr Barmherzigkeit findet.“[2] Lasst uns dieses Fest zum Anlass nehmen, Menschen zu versöhnen, die zerstritten sind. Wenn ihr jemanden verletzt habt, bittet ihn aufrichtig um Verzeihung. So wird Allah zufrieden mit uns sein. Wenn wir so handeln, werden wir inschallah seiner Barmherzigkeit würdig und können gemeinsam mit unserer Familie, unseren Kindern, unseren Verwandten und unseren Geschwistern im Glauben ein Fest in Frieden erleben. Unseren Propheten (s) macht es traurig, wenn wir zerstritten sind. Er sagte: „Hasst einander nicht. Beneidet einander nicht. Wendet euch nicht voneinander ab. O Diener Allahs, seid Geschwister! Es ist einem Muslim nicht erlaubt, länger als drei Tage mit seinen Geschwistern im Glauben zerstritten zu sein.“[3] Doch wie bewirken wir Frieden? Dazu sagte unser Prophet (s): „Gebt einander die Hand, damit die Wut aus euren Herzen verschwindet. Macht einander Geschenke, damit eure Liebe wächst und Feindschaft verschwindet.“[4] Während wir die Freude dieses Festmorgens erleben, dürfen wir nicht vergessen, dass es an vielen Orten der Welt Menschen gibt, die diese Freude nicht teilen können. Besonders in Gaza leben viele unserer Geschwister in großer Not und haben Hunger und können das Fest kaum erleben. Vergessen wir sie an diesem gesegneten Tag nicht. Wir spüren ihren Schmerz in unseren Herzen, beten wir für sie und helfen, so gut wir können. Möge Allah der Menschheit Festtage schenken, an denen die Unterdrückten und Leidenden wieder lächeln können. Möge Allah uns Gnade schenken, noch viele Festtage in Frieden erleben lassen und uns unsere Sünden vergeben. Âmîn. [1] Ibn Mâdscha, At’ima, 1 [2] Sure Hudschurât, 49: 10 [3] Buhârî, Adab, 62 [4] Muwatta, Husn al-Hulk, 4   Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch

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Ein gesegnetes Ramadanfest!

Verehrte Muslime! Alhamdulillah, wir haben das segensreiche Ramadanfest erreicht. Der Ramadan hat unser Leben mit Segen erfüllt. Möge Allah unser Fasten annehmen. Mögen er unsere Tarâwîh-Gebete, unsere Duâs, Istiğfâr, Spenden und all unsere Ibâdas annehmen. Möge Allah uns zu aufrichtigen Menschen machen, zu denen, deren Herz vom Licht des Korans erleuchtet ist, die durch das Gebet vor dem Schlechten bewahrt werden, deren Geduld durch das Fasten gereift ist und die ihr Vermögen durch Zakat und Fitra reinigen. Der Ramadan ist wie eine Schule. Der Ramadan erinnert uns daran, den Begierden des Nafs zu widerstehen. Wir lernen, nachts zu beten, unser Essen zu teilen und Bedürftige zu unterstützen. Wir erkennen den Wert eines Stücks Brot und eines Tropfens Wasser. Doch das Wichtigste ist, diese schönen Eigenschaften nicht nur im Ramadan zu leben, sondern sie in unser Leben mitzunehmen. Im Koran heißt es: „Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit zu dir kommt.“[1] Damit erinnert er uns daran, dass unsere Dienerschaft nicht auf einen Monat beschränkt ist. Unser ganzes Leben soll im Einklang mit seiner Zufriedenheit stehen. Deshalb sollten wir unsere Lebenszeit nicht mit nutzlosen Dingen vergeuden. Bemühen wir uns, unsere Ibâdas regelmäßig zu verrichten und darin beständig zu bleiben. Unser Prophet (s) sagte: „Bemüht euch um Taten, die ihr leisten könnt. Allah wird nicht müde, euch zu belohnen, doch ihr werdet müde. Allah hat die Taten am liebsten, die beständig verrichtet werden, auch wenn sie gering erscheinen.“[2] Liebe Geschwister! Durch das Fasten haben wir unsere Willenskraft gestärkt und gelernt, Geduld zu üben. Wir haben auf unsere Hände, Zunge und Herzen geachtet. Wir haben uns nicht nur von Verbotenem ferngehalten. Wir haben sogar erlaubte Dinge wie Essen und Trinken unterlassen, allein um Allah zufriedenzustellen. Diese Hingabe sollten wir auch in unserem ganzen Leben zeigen. Vergessen wir nicht: Das Fasten ist nur einen Monat im Jahr verpflichtend, das Gebet jedoch wurde uns fünfmal am Tag auferlegt. Allah sagt: „Sucht Hilfe in Geduld und im Gebet. Siehe, dies ist fürwahr schwer, außer für die Achtsamen.“[3] Glücklich sind jene, die sich jeden Tag vor Allah niederwerfen und ihm für seine Gaben danken. Gottesdienste, die farz sind, müssen unbedingt erfüllt werden. Und auch die Sunna und die freiwilligen Ibâdas dürfen wir nicht vernachlässigen. Das Tahaddschud-Gebet und individuelles Fasten bringen großen Lohn. Hören wir deshalb auf die frohe Botschaft unseres Propheten (s): „Wer im Ramadan fastet und danach im Monat Schawwâl sechs Tage hinzufügt, dem wird es angerechnet, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“[4] Bemühen wir uns daher, in diesem Monat Schawwâl sechs Tage zu fasten. Möge unser Herr uns die Gnade schenken, jeden Monat den Geist des Ramadan zu leben und jede Nacht im Bewusstsein der Kadr-Nacht zu verbringen. Möge unser Freitag und unser Ramadanfest gesegnet sein. Âmîn. [1] Sure Hidschr, 15:99 [2] Abû Dâwûd, Tatawwu, 27 [3] Sure Bakara, 2:45 [4] Muslim, Siyâm, 204 Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Englisch Hutba – Niederländisch Hutba – Französisch Hutba – Schwedisch Hutba – Dänisch

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 Zum Internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit: Klare Haltung gegen Hass und Ausgrenzung

„Sonntagsreden über Vielfalt genügen nicht, wenn Musliminnen und Muslime zugleich benachteiligt, verdächtigt und angegriffen werden. Der 15. März ist ein Prüfstein politischer Glaubwürdigkeit“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit. Ali Mete weiter: „Islamfeindlichkeit ist weltweit eine ernste Menschenrechtsfrage und in Europa längst Teil des gesellschaftlichen Alltags. Musliminnen werden nicht nur beleidigt, angegriffen oder unter Generalverdacht gestellt, sie erfahren auch Benachteiligung bei Arbeit, Wohnen, Bildung und im öffentlichen Leben. Besonders alarmierend ist, dass ausgerechnet in Europa, das sich gern als Raum der Freiheit, Würde und Rechtsstaatlichkeit beschreibt, fast jede zweite befragte muslimische Person in 13 EU-Staaten von Diskriminierung berichtet. In Deutschland liegt dieser Wert sogar noch deutlich höher. Das ist kein Randphänomen, sondern ein politisches Warnsignal. Ein Brandbeschleuniger ist: Politikerinnen und Politiker vieler Länder markieren die muslimische Bevölkerung oft als Bedrohung und Gefahr. Wer Musliminnen pauschal als Sicherheitsproblem markiert, verrät nicht nur rechtsstaatliche Prinzipien, sondern auch die ethische Pflicht zur Gerechtigkeit. Wo Menschen wegen ihres Glaubens, ihres Namens, ihrer Herkunft oder sichtbarer Religiosität abgewertet werden, wird nicht nur eine Minderheit verletzt, sondern das moralische Fundament demokratischer Gesellschaften beschädigt. Aus islamischer Sicht ist die Würde des Menschen keine Frage von Mehrheit, Herkunft oder Konfession, sondern unveräußerlich. Es ist gut, dass die Vereinten Nationen den 15. März 2022 als Internationalen Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit ausgerufen, 2024 weitere Maßnahmen eingefordert und 2025 einen Sonderbeauftragten eingesetzt haben. Doch Resolutionen allein schützen niemanden. Regierungen müssen Hasskriminalität konsequent verfolgen, Diskriminierung wirksam ahnden, Religionsfreiheit sichtbar schützen und digitaler Hetze klare Grenzen setzen. Medien und Politik tragen besondere Verantwortung: Wer mit Zerrbildern spielt, bereitet Ausgrenzung den Boden. Wer dagegen gleiche Würde ernst nimmt, verteidigt nicht nur Musliminnen und Muslime, sondern die Freiheit aller. Der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit erinnert an den rechtsterroristischen Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch am 15. März 2019. Während des Freitagsgebets wurden 51 Menschen ermordet, 40 weitere erlitten Schussverletzungen. Christchurch steht seither auf erschütternde Weise dafür, wohin enthemmter Hass, antimuslimische Hetze und die politische Verharmlosung von Menschenfeindlichkeit führen können.“

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Für die Al-Aqsa-Moschee einzustehen, ist ein Prüfstein

„Die Schließung der Al-Aqsa-Moschee ist nicht nur eine Angelegenheit der Muslime in Palästina, sondern aller gewissenhaften Menschen weltweit“, erklärte der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), Kemal Ergün, anlässlich der Schließung der Al-Aqsa-Moschee und der Ibrahimi-Moschee für Gebete während des Monats Ramadan. Kemal Ergün weiter: „Es ist eine entsetzliche Entwicklung, dass Israel die Tore der Al-Aqsa-Moschee nach 59 Jahren während des Fastenmonats Ramadan geschlossen hat, eine Entwicklung, die das Gewissen der gesamten Menschheit belastet. Die Schließung der Al-Aqsa-Moschee, der ersten Gebetsrichtung des Islam und eines seiner bedeutendsten Heiligtümer, ist unter keinen Umständen hinnehmbar. Es stellt ein Warnsignal für die Weltöffentlichkeit dar, dass die Tore der Al-Aqsa-Moschee geschlossen und zum ersten Mal seit der Besetzung Jerusalems 1967 Gebete während des Ramadan verhindert werden. Es zeigt, welches Ausmaß Willkür und Rechtsverletzungen erreicht haben. Die Schließung der Al-Aqsa-Moschee ist nicht nur eine Angelegenheit der Muslime in Palästina und der Umma, sondern ist auch eine Angelegenheit aller gewissenhaften Menschen weltweit. Denn der Schutz heiliger Stätten ist ein Gebot des Völkerrechts. Die von den Vereinten Nationen verabschiedeten Menschenrechtsprinzipien und die internationalen Normen zur Religionsfreiheit sind eindeutig. Und die Schließung heiliger Stätten stellt eine Verletzung dieser Grundsätze dar. Zugleich ist diese Maßnahme ein weiteres Zeichen dafür, dass die auf Religionsfreiheit und Menschenrechten gegründete regelbasierte Ordnung zunehmend verfällt. Alle gewissenhaften Menschen, die sich zu universellen Werten bekennen, stehen in der Verantwortung, sich sowohl der Schließung der Al-Aqsa-Moschee als auch den Zerstörungs- und Annexionsbestrebungen der rechtsextremen israelischen Regierung gegen dieses Heiligtum des Islam entgegenzutreten.

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Die Kadr-Nacht

Verehrte Muslime! Inschallah werden wir in diesem Ramadan die Kadir-Nacht in der Nacht von Montag, dem 16. März, begehen. Wir laden alle unsere Geschwister ein, diese besondere Nacht gemeinsam in unseren Moscheen zu verbringen und sie zu beleben. Die Kadir-Nacht ist besser als tausend Monate. Sie ist eine Nacht, in der Allahs Barmherzigkeit besonders reichlich ist und seine Vergebung den Menschen besonders nahekommt. In dieser Nacht wurde der Koran herabgesandt, die Engel umgeben die Erde und die Herzen der Menschen werden mit göttlichem Licht erfüllt. Allah sagt im Koran: „Wir haben den Koran gewiss in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Kadr-Nacht ist? Die Kadr-Nacht ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit der Erlaubnis ihres Erhalters herab, mit jeglichem Auftrag. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“[1] Die Kadir-Nacht ist nicht nur ein Ereignis aus der Vergangenheit. Sie kehrt mit dem gesegneten Ramadan jedes Jahr wieder zu uns zurück und schenkt uns die Möglichkeit, unseren Iman zu erneuern und unser Herz zu reinigen. Der Koran wurde in dieser Nacht herabgesandt, damit er den Menschen Rechtleitung und Barmherzigkeit bringt. Allah sagt über den Koran: „Dies ist ein Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit du die Menschen mit deines Herrn Erlaubnis aus den Finsternissen zum Lichte führst, auf den Weg des Mächtigen, des Preiswürdigen.“[2] Darum sollten wir in dieser Nacht den Koran nicht nur lesen, sondern auch über seine Botschaft nachdenken und versuchen, sie in unserem Alltag zu leben. Denn der Koran ist nicht nur ein Buch, sondern ein Wegweiser für unser Leben. Die Kadir-Nacht ist auch eine Nacht des Duâs und der Vergebung. Unsere Mutter Aîscha (r) fragte den Propheten (s), welches Bittgebet sie sprechen solle, wenn sie diese Nacht erreicht. Er antwortete: „O Allah, du bist vergebend und liebst die Vergebung, so vergib auch mir.“[3] Diese Nacht ist eine Gelegenheit, unser Herz von den Lasten der Vergangenheit zu befreien, Allah um Vergebung zu bitten und mit neuer Hoffnung zu beginnen. Der Gesandte Allahs (s) sagte: „Wer die Kadir-Nacht im Glauben und in der Hoffnung auf Lohn von Allah verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“[4] Gleichzeitig erinnert uns diese Nacht daran, dass wir Teil einer Umma sind. Denken wir in unseren Bittgebeten nicht nur an uns selbst, sondern auch an die Unterdrückten, die Armen und die Menschen, die unter Krieg und Leid leben. Möge Allah unsere Herzen mit dem Koran beleben, unsere Sünden vergeben und unsere Gebete annehmen. Möge er diese gesegnete Nacht zu einem Anlass der Einheit für die Umma und zu einer Barmherzigkeit für die ganze Menschheit machen. Âmîn. [1] Sure Sure Kadr, 97:1-5 [2] Sure Ibrâhîm [3] Tirmizî, Daavât, 84 [4] Buhârî, Iman, 25, 27, 28   Hutba – Deutsch Hutba – Türkisch Hutba – Arabisch Hutba – Niederländisch Hutba – schwedisch Hutba-  Dänish Hutba – Fransösisch Hutba –  Französich

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